„Atme, dann entscheide“: Neue Postkartenaktion in Brandenburg weist auf Hilfsangebote hin
Das Land Brandenburg und die „Opferhilfe Land Brandenburg e.V.“ haben eine gemeinsame Initiative gestartet, um Menschen, die von sexueller Gewalt betroffen sind, besser zu erreichen. Mit Werbepostkarten, die in Cafés und Restaurants im gesamten Bundesland ausgelegt werden, soll auf bestehende medizinische und rechtliche Unterstützungsangebote aufmerksam gemacht werden.
Postkarten mit Botschaften der Ermutigung
Auf den Postkarten sind prägnante Sätze wie „Atme, dann entscheide“ oder „Manchmal ist Schwäche der Anfang von Stärke“ zu lesen. Diese Botschaften sollen Betroffene ermutigen, sich Hilfe zu suchen, ohne sofort in die Öffentlichkeit treten zu müssen. Die Aktion zielt darauf ab, die Hemmschwelle für die Inanspruchnahme von Unterstützungsleistungen zu senken und das Bewusstsein für verfügbare Ressourcen zu schärfen.
Umfassende Hilfsangebote seit Jahren etabliert
Bereits seit mehreren Jahren bieten Kliniken in Brandenburg flächendeckend Angebote zur vertraulichen Spurensicherung und medizinischen Soforthilfe an, beispielsweise für Opfer von Vergewaltigungen. Zu diesen Leistungen gehören:
- Eine kostenlose und anonyme Beratung, die Betroffenen erste Orientierung und emotionale Unterstützung bietet.
- Eine rechtliche Begleitung bei eventuellen Strafverfahren, um die Interessen der Opfer zu wahren.
- Die Koordination durch das Brandenburgische Landesinstitut für Rechtsmedizin, das für die vertrauliche Spurensicherung verantwortlich ist.
Unterstützung durch Landesministerien
Die Postkartenaktion wird durch das Ministerium für Gesundheit und Soziales sowie das Ministerium der Justiz und für Digitalisierung des Landes Brandenburg finanziell gefördert. Diese institutionelle Unterstützung unterstreicht die Bedeutung der Initiative für die öffentliche Gesundheitsvorsorge und den Opferschutz. Susanne Ullrich, die Leiterin der Opferhilfe Brandenburg, betont: „Die gemeinsame Kartenaktion signalisiert, dass jedes ‚Nein‘ zählt, dass Betroffene Glauben und Schutz verdienen und dass Unterstützung möglich ist, ohne sofort in die Öffentlichkeit gehen zu müssen.“
Ziel: Sensibilisierung und niedrigschwelliger Zugang
Die Aktion verfolgt das klare Ziel, die Bevölkerung für das Thema sexuelle Gewalt zu sensibilisieren und Betroffenen einen einfachen Zugang zu Hilfsangeboten zu ermöglichen. Durch die Verteilung der Postkarten an öffentlichen Orten wie Cafés und Restaurants soll eine breite Öffentlichkeit erreicht werden, ohne dass Betroffene aktiv nach Informationen suchen müssen. Dies ist ein wichtiger Schritt, um die Dunkelziffer bei sexueller Gewalt zu reduzieren und Opfern schnelle und diskrete Hilfe anzubieten.



