Neue Regierungsformation in Brandenburg: CDU erhält zentrale Ministerposten
In Brandenburg steht eine bedeutende personelle Neuaufstellung der Landesregierung bevor. Die künftige Koalition aus SPD und CDU bringt wesentliche Veränderungen in der Ressortverteilung mit sich, wobei die CDU als kleinerer Koalitionspartner drei zentrale Ministerien von der SPD übernimmt. Die neuen Ressortchefs sollen am Mittwoch im Landtag vereidigt werden, was einen markanten Wechsel in der politischen Landschaft des Bundeslandes markiert.
Schlüsselressorts wechseln von SPD zu CDU
Die CDU übernimmt in der neuen Regierungskonstellation die drei Ministerien Inneres, Wirtschaft und Bildung. Diese Ressorts waren bisher mit Sozialdemokraten besetzt, sodass sich hier bedeutende personelle Verschiebungen ergeben. Die SPD führt hingegen sechs Ministerien und stellt mit Dietmar Woidke weiterhin den Ministerpräsidenten.
Die wichtigsten Personalwechsel im Detail
Inneres: CDU-Landeschef Jan Redmann wird neuer Innenminister und übernimmt diesen Posten von René Wilke von der SPD. Wilke war als Innenminister für sein Agieren im Umgang mit der AfD vielfach gelobt worden und war von Ministerpräsident Woidke im Mai 2025 ins Kabinett geholt worden.
Wirtschaft: Als neue Wirtschaftsministerin soll die Berliner Digitalstaatssekretärin Martina Klement berufen werden. Die CSU-Politikerin gilt als überraschende Personalie im Kabinett und brachte in Berlin umfangreiche Erfahrungen in Verwaltungsreform und Digitalisierung von Behördenleistungen mit.
Bildung: Der bisherige CDU-Generalsekretär Gordon Hoffmann wird das Bildungsministerium übernehmen. Hoffmann verfügt als früherer bildungspolitischer Sprecher der Landtagsfraktion über fundierte Expertise in diesem Politikfeld.
Weitere bedeutende Ressortwechsel
Arbeit und Gesundheit: Der bisherige SPD-Innenminister René Wilke rückt an die Spitze eines neu geschaffenen Superressorts für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Er folgt damit auf Britta Müller, die parteilos war und früher dem BSW angehörte.
Finanzen: Wirtschaftsminister Daniel Keller wechselt ins Finanzministerium, das angesichts erheblicher Milliardendefizite vor großen Herausforderungen steht. Bisher hatte Robert Crumbach dieses Ressort geführt, der vom BSW in die SPD gewechselt war.
Verkehr: Robert Crumbach wird neuer Infrastrukturminister und folgt damit auf Detlef Tabbert, der ebenfalls parteilos war und früher dem BSW angehörte.
Kontinuität in wichtigen Positionen
An der Spitze der neuen SPD/CDU-Landesregierung ändert sich nichts: Der 64-jährige SPD-Ministerpräsident Dietmar Woidke will die Koalition weiterführen. Woidke regiert seit August 2013 in Brandenburg und dürfte in Kürze der dienstälteste Regierungschef Deutschlands werden.
Drei Sozialdemokraten behalten ihre bisherigen Ministerien:
- Manja Schüle (Wissenschaft und Kultur)
- Hanka Mittelstädt (Landwirtschaft und Umwelt)
- Benjamin Grimm (Justiz und Digitales)
Diese Konstellation zeigt sowohl bedeutende Veränderungen als auch Kontinuitäten in der brandenburgischen Landespolitik auf, wobei die CDU durch die Übernahme zentraler Ressorts gestärkt aus der Regierungsbildung hervorgeht.



