BVG und Verdi verhandeln über Arbeitsbedingungen im Nahverkehr
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben in der aktuellen vierten Verhandlungsrunde der Tarifauseinandersetzung mit der Gewerkschaft Verdi ein erstes konkretes Angebot unterbreitet. Dies teilte das Unternehmen nach zweitägigen Gesprächen in Berlin mit, ohne jedoch Einzelheiten über den genauen Inhalt preiszugeben. „Verhandeln bedeutet, um Ergebnisse zu ringen, auch da, wo Vorstellungen weit auseinander liegen. Es ist in dieser Runde gelungen, schon erste Ergebnisse zu erzielen“, hieß es in einer offiziellen Stellungnahme der BVG.
Schwerpunkte der Verhandlungen
Auf Basis dieses ersten Angebots sollen nun insbesondere folgende Themen intensiver diskutiert werden:
- Urlaub und Urlaubsgeld
- Mindestruhezeit zwischen den Schichten
- Länge der Schichten
- Wendezeiten an den Endhaltestellen
- Geteilte Dienste
Die Gewerkschaft Verdi äußerte sich zunächst nicht zu dem vorgelegten Angebot. Die Verhandlungen konzentrieren sich nicht auf monetäre Forderungen, sondern auf die Arbeitsbedingungen, die im sogenannten Manteltarifvertrag geregelt sind.
Forderungen der Arbeitnehmerseite
Die Gewerkschaft vertritt dabei klare Positionen:
- Mehr Urlaubstage für die Beschäftigten
- Eine Mindestruhezeit von elf Stunden zwischen den Schichten
- Erhöhtes Urlaubsgeld mit der Option, dieses in zusätzliche freie Tage umzuwandeln
- Längere Wendezeiten auf allen Linien, also mehr Zeit für Fahrerinnen und Fahrer am Ende einer Route, bevor sie in die Gegenrichtung starten
Nach Berechnungen der Arbeitgeberseite würden diese Forderungen ein Gesamtvolumen von über 150 Millionen Euro Personalkosten pro Jahr verursachen. Die BVG hatte Verdi zuvor aufgefordert, die einzelnen Punkte stärker zu priorisieren.
Hintergrund und weitere Termine
Die Verhandlungen finden vor dem Hintergrund wiederholter Warnstreiks statt. Verdi hatte in der vergangenen Woche zum zweiten Mal in dieser Tarifrunde zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen, was am Freitag und Samstag zu einem nahezu vollständigen Stillstand des Berliner Nahverkehrs führte. Die nächste Verhandlungsrunde ist bereits für den 19. und 20. März angesetzt. Beide Seiten zeigen sich bereit, weiter konstruktiv zu verhandeln, auch wenn die Positionen teilweise noch deutlich voneinander entfernt sind.



