Earth Hour 2026: Globale Dunkelheit für den Klimaschutz
In einer beeindruckenden weltweiten Solidaritätsaktion sind am Samstagabend erneut zahlreiche berühmte Wahrzeichen für eine Stunde im Dunkeln geblieben. Die von der Umweltschutzorganisation WWF initiierte „Earth Hour“ fand 2026 bereits zum zwanzigsten Mal statt und mobilisierte Städte, Unternehmen und Privathaushalte rund um den Globus. Vom neuseeländischen Auckland bis nach Europa erloschen die Lichter an ikonischen Bauwerken, um ein deutliches Signal für verstärkten Klimaschutz zu setzen.
Von New York bis Rio: Symbolische Dunkelheit rund um die Welt
Den Auftakt machte um 20.30 Uhr Ortszeit der Sky Tower in Auckland, gefolgt von der Harbour Bridge. In den Vereinigten Staaten schaltete das Empire State Building in New York seine berühmte Beleuchtung ab, während in Brasilien die monumentale Christusstatue von Rio de Janeiro erneut in Dunkelheit gehüllt wurde. Europa beteiligte sich mit zahlreichen Wahrzeichen: Der Eiffelturm in Paris, das Schloss Schönbrunn in Wien und die Akropolis in Athen verblieben für sechzig Minuten ohne ihre übliche Illumination.
Deutschland zeigt Engagement: Rund 500 Städte machen mit
In Deutschland lag eines der bekanntesten nationalen Symbole, das Brandenburger Tor in Berlin, für eine Stunde im Dunkeln. Nach Angaben des WWF beteiligten sich bundesweit etwa 500 Städte und Gemeinden sowie mehr als 400 Unternehmen an der Klimaschutzaktion. Auch private Haushalte waren dazu aufgerufen, ihre Beleuchtung zu reduzieren und sich mit dem symbolischen Akt für den Umweltschutz einzusetzen. Der WWF hatte eigens eine übergroße Schreibtischlampe aufgestellt und ausgeschaltet, um auch für privates Energiesparen zu werben.
Mehr als nur eine Stunde: WWF betont langfristige Bedeutung
„Wir wissen, dass es weit mehr braucht als eine Stunde, in der wir das Licht ausschalten, um einen messbaren Einfluss auf den Klimawandel zu haben“, erklärt der WWF auf der offiziellen Earth-Hour-Webseite. Dennoch trage die Aktion wesentlich dazu bei, das öffentliche Bewusstsein für die Dringlichkeit der Klimakrise zu schärfen und mehr Engagement zu fördern. Die Organisation hatte die Kampagne 2007 in Australien ins Leben gerufen – ursprünglich als lokale Initiative in Sydney, die sich seither zu einer globalen Bewegung entwickelt hat.
Klimachefin warnt: Krise darf nicht in den Hintergrund geraten
Viviane Raddatz, Klimachefin beim WWF Deutschland, betonte die anhaltende Relevanz des Themas: „Aktuell gerät die Klimakrise angesichts der vielen globalen Herausforderungen immer wieder in den Hintergrund. Dabei verschwindet sie aber nicht – im Gegenteil: Sie verschärft viele dieser Krisen zusätzlich.“ Der Klimaschutz müsse wieder ganz oben auf die politische Agenda gesetzt werden, forderte die Expertin. Die Earth Hour solle nicht nur symbolisch wirken, sondern Menschen dazu motivieren, konkrete Maßnahmen zu ergreifen.
Von Müllsammeln bis Gemüsepflanzen: Praktische Umweltaktionen
Die Organisatoren wollen mit der Earth Hour möglichst viele Menschen mobilisieren, sich sechzig Minuten lang aktiv für die Umwelt einzusetzen. Der WWF empfiehlt verschiedene Aktivitäten wie das Organisieren von Müllsammelaktionen, das Anpflanzen von eigenem Gemüse oder auch einfach bewusste Ruhepausen, um durchzuatmen und über den persönlichen ökologischen Fußabdruck nachzudenken. Diese praktischen Ansätze sollen zeigen, dass jeder Einzelne einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann – weit über die symbolische Stunde der Dunkelheit hinaus.



