Woldeforst bei Demmin: Illegale Müllkippe bedroht wertvolles Wald-Biotop
Woldeforst: Illegale Müllkippe bedroht Wald-Biotop

Woldeforst bei Demmin: Illegale Müllkippe bedroht wertvolles Wald-Biotop

Die Naturerbefläche Woldeforst am Rande der Hansestadt Demmin gilt als einzigartiges Biotop für Flora und Fauna. In diesem dichten Laubwaldgebiet finden seltene Arten wie der Schreiadler, der Rotmilan, der Waldkauz, die Schleiereule, der Kranich, der Waldbaumläufer und die Hohltaube ideale Rückzugsgebiete. Auch Grasfrösche und Füchse bevölkern dieses Naturparadies, das jedoch zunehmend durch illegale Müllablagerungen bedroht wird.

Förster und Jäger schlagen Alarm

Revierförster Thomas Kollar zeigt sich beim Gang durch den Woldeforst entsetzt über die weit in den Wald hereingebrachten Müllberge. An zahlreichen Stellen stapeln sich illegal entsorgte Abfälle, darunter große Teile von Kleiderschränken, Hausmüll verschiedenster Art, ausgediente Weihnachtsbäume, Plastikteile unterschiedlichster Art und sogar ein Katzenbaum, der in einem Abflussgraben lag. Besonders auffällig sind die vielen Grünschnittabfälle, die das Waldbild verschandeln.

„Wir melden diese Funde sofort dem Landkreis, der sich dann mit den Entsorgungsunternehmen um die Beräumung kümmert. Dazu sammeln unsere Jäger in Eigeninitiative die weit verbreiteten Utensilien zusammen und lagern diese an zentralen Punkten. Das kostet alles Steuergelder“, berichtet Revierförster Kollar mit deutlicher Verärgerung in der Stimme.

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Heiße Spur durch gefundenes Mahnschreiben

Jäger Heiko Ahrendt, der sich ehrenamtlich für die Sauberkeit im Wald engagiert, ist empört über die Bequemlichkeit der Menschen. „Keiner will es gewesen sein. Aber der ganze Mist wächst ja schließlich nicht im Wald. Abfälle gehören in Mülltonnen, gelbe Säcke und der Landkreis bietet separate Sperrmüllentsorgung an“, schimpft er. Mit wachsamem Blick zeigen Thomas Kollar und Heiko Ahrendt ein gefundenes Mahnschreiben, auf dem der Name und die Adresse einer Frau zu entziffern sind.

„Ob diese Frau die Verursacherin war, wird das Ordnungsamt überprüfen, zumindest ist es eine heiße Spur, um einen Umweltsünder dingfest zu machen“, merkt Thomas Kollar an und weist auf weitere Karteikarten und Schulmaterialien hin, die sich im illegal entsorgten Hausmüll befinden. Diese Beweise könnten entscheidend für die Ermittlungen der Behörden sein.

Gefahr für Tiere und Forderung nach strengeren Strafen

Förster und Jäger betonen, dass der Müll eine große Gefahr für die Tiere des Waldes darstellt. Wenn Wildtiere den Abfall schlucken, können sie qualvoll verenden. Jäger Ahrendt sammelt gefundene Glasscherben sofort ein, um Verletzungen zu vermeiden. „Jeder, der im Waldgebiet unterwegs ist, sollte auf Sauberkeit achten und illegalen Müll sofort dem Forst- oder Ordnungsamt melden. Die Verursacher sollten sich hinterfragen, warum sie an abgeschiedenen Waldstücken Müllhalden anlegen“, betont er nachdrücklich.

Wie Revierförster Kollar wünschen sich auch alle Jäger, die ehrenamtlich für Sauberkeit im Wald sorgen, dass die zuständigen Behörden bei der Ermittlung von Verursachern die ganze Härte des Landeswaldgesetzes anwenden. Dieses sieht Geldstrafen von bis zu 75.000 Euro vor. Die Natur sei ein teures Gut, das es zu hegen und zu pflegen gelte. Dafür engagieren sich im Woldeforst neben den Forstmitarbeitern auch viele ehrenamtliche Helfer, die sich dem Schutz dieses wertvollen Biotops verschrieben haben.

Blick in die Abflussgräben

Die Situation in den Abflussgräben am Straßenrand des Woldeforstes ist besonders besorgniserregend. Hier sammeln sich nicht nur Hausmüll und Plastikteile, sondern auch größere Gegenstände, die das ökologische Gleichgewicht des Waldgebietes stören. Die illegale Entsorgung in diesem sensiblen Naturraum untergräbt die Bemühungen von Naturschützern und gefährdet langfristig die Artenvielfalt in der Region.

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