Die Stadtvertreter von Teterow haben es abgelehnt, dem Olympiasieger von 1976, Gerd Kische, die Ehrenbürgerschaft zu verleihen. Die Entscheidung fiel am Donnerstagabend unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Bürgervorsteher Christian Wolter (AfD) informierte am Freitag über das Ergebnis, machte aber keine Angaben zu den Gründen. Der Nordkurier berichtet von einer emotionsgeladenen Debatte im nichtöffentlichen Teil der Sitzung.
Geheime Debatte über Gerd Kische
Die Stadtvertreter hatten auf Antrag des CDU-Fraktionsvorsitzenden Oliver Nawotke den Beschluss zur Ehrenbürgerschaft zur „Personalangelegenheit“ erklärt und in den geschlossenen Teil der Sitzung verschoben. Nawotke begründete dies mit der Notwendigkeit, über einzelne Personen zu sprechen. Der Vorschlag, Kische zum Ehrenbürger zu ernennen, stammte von den Fraktionen der AfD, „Die Teterower“ und der Unabhängigen Teterower Fraktion (UTF). Diese drei Fraktionen verfügen eigentlich mit elf von 21 Stimmen über die Mehrheit, doch die Abwesenheit von Thomas Gütschow (Die Teterower) verhinderte dies.
AfD wirft anderen Fraktionen „menschenverachtende“ Äußerungen vor
AfD-Fraktionschef Mathias Schmitus bezeichnete die Diskussion über Kische als „beschämend“. Er warf Abgeordneten von CDU und SPD vor, mit „Falschbehauptungen und Verleumdungen“ argumentiert zu haben, die „teilweise menschenverachtend und unter die Gürtellinie“ gegangen seien. Die AfD kündigte an, sich bei Kische für die gescheiterte Ehrung zu entschuldigen. „Wir werden ihm sagen, dass es uns sehr leid tut und dass er für uns ein Sympathieheld bleibt“, so Schmitus.
Gerd Kische: Olympiasieger und Teterower Sohn
Der gebürtige Teterower Gerd Kische gewann 1976 mit der Olympiaauswahl der DDR in Montreal die Goldmedaille. Er ist damit der bislang einzige Olympiasieger der Stadt. Die drei Fraktionen, die den Vorschlag eingebracht hatten, betonten, dass seine sportlichen Leistungen zur überregionalen Bekanntheit Teterows beigetragen hätten. Anlass für die Auszeichnung sollte der 50. Jahrestag des Olympiasieges sein. Kische, heute 74 Jahre alt, hätte die Ehrenbürgerschaft angenommen, wie es hieß.



