Brandenburg setzt kontrolliertes Feuer für Naturschutz ein: Trockenrasen an Oderhängen gepflegt
Kontrolliertes Feuer pflegt Trockenrasen in Brandenburg

Brandenburg setzt kontrolliertes Feuer für Naturschutz ein

An den Oderhängen in Mallnow nördlich von Lebus im Landkreis Märkisch-Oderland wurden in diesen Tagen Trockenrasenflächen gezielt und kontrolliert abgebrannt. Diese Maßnahme dient dem Erhalt eines seltenen und artenreichen Lebensraums im Naturschutzgebiet, der ohne regelmäßige Pflege allmählich verbuschen würde. Ein Sprecher des brandenburgischen Umweltministeriums betonte die Bedeutung dieser traditionellen Methode für den langfristigen Schutz der Biodiversität.

Feuer schafft Licht für bedrohte Pflanzen

Das kontrollierte Feuer entfernt effektiv abgestorbenes Gras aus dem Vorjahr und ermöglicht so wieder mehr Licht am Boden. Pflanzen, die sonst unterdrückt werden, erhalten dadurch eine neue Chance zum Wachsen, wie beispielsweise die Gewöhnliche Grasnelke und die Karthäusernelke. Die Hitze dringt dabei nur wenige Zentimeter in den Boden ein, was Wurzeln und Samen schont und eine schonende Regeneration des Ökosystems gewährleistet.

Ein spezielles Team unter der Leitung des Naturschutzexperten Stefan Klein führte das sogenannte Flämmen durch, während die örtliche Feuerwehr den gesamten Ablauf überwachte. Eigentümer der Flächen sowie zuständige Behörden sind eng in den Prozess eingebunden, und die Finanzierung erfolgt laut Ministerium über den Vertragsnaturschutz.

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Traditionelle Praxis mit moderner Umsetzung

Bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts war das Flämmen ein fester Bestandteil der Landbewirtschaftung, insbesondere auf Weideflächen und Magerrasen, um nicht mehr verwertbaren Aufwuchs zu entfernen. Diese historische Praxis wird heute mit modernen Naturschutzkonzepten kombiniert, um ökologische Ziele zu erreichen.

Organisiert wurde der Einsatz vom Natura-2000-Team Nordost, das aus Experten des Landesamtes für Umwelt und der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg besteht. Ihre Aufgabe umfasst die Umsetzung von Schutzmaßnahmen außerhalb der Nationalen Naturlandschaften im Land Brandenburg. Das Schutzgebietsnetz Natura 2000 der Europäischen Union gilt laut Umweltministerium als das größte grenzüberschreitende Schutzgebietsnetz der Welt.

Auch im Randowtal bei Schmölln wurden in diesen Tagen ähnliche Flächen geflämmt, was die kontinuierliche Anwendung dieser Methode in der Region unterstreicht. Diese gezielten Feueraktionen demonstrieren, wie alte Traditionen im Einklang mit modernen Naturschutzstandards dazu beitragen, wertvolle Lebensräume für zukünftige Generationen zu bewahren.

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