Brandenburger Linke löscht umstrittenen KI-generierten Instagram-Post
Die Linke in Brandenburg, die sich selbst als feministische Partei bezeichnet, gerät wegen eines sexistisch interpretierten Social-Media-Beitrags in die Kritik. Die Partei musste einen Instagram-Post löschen, der ein mit künstlicher Intelligenz erzeugtes Bild der brandenburgischen Wissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD) zeigte, wie sie von Mäzen Hasso Plattner umarmt wird.
SPD empört über "grenzüberschreitende KI-Montage"
Der Generalsekretär der Brandenburger SPD, Kurt Fischer, reagierte sichtlich empört auf den Post mit der Überschrift "Plattners Hochschüle". "Die Linke muss aufpassen, dass ihre außerparlamentarische Öffentlichkeitsarbeit nicht ins Niveaulose abgleitet", sagte Fischer. Er kritisierte insbesondere, dass eine sich selbst als feministisch verstehende Partei "solch einen sexistische Vorurteile bedienenden Beitrag" poste.
Fischer erinnerte daran, dass in der Vergangenheit bereits der brandenburgische Ministerpräsident in einen "unmöglichen Vergleich zu Hindenburg" gesetzt worden sei. Jetzt folge eine "definitiv grenzüberschreitende KI-Montage" über Wissenschaftsministerin Schüle. Die dargestellte Szene habe in Wirklichkeit nie stattgefunden.
Partei reagiert kleinlaut und löscht Beitrag
In der Landeszentrale der Brandenburger Linken reagierte man am Freitag kleinlaut auf die Kritik. Landesgeschäftsführer Stefan Wollenberg erklärte: "Ich habe mit dem Mitarbeiter gesprochen, der den Post gemacht hat." Man habe ein altes Foto von Ministerin Schüle genutzt und dann tatsächlich KI eingesetzt, um eine Umarmung durch Plattner darzustellen.
"Aber das passt wirklich nicht zu der Art und Weise, wie wir Politik machen wollen", räumte Wollenberg ein. Nach einer Anfrage der Redaktion wurde die umstrittene Kachel umgehend vom Instagram-Profil der Linken in Brandenburg entfernt.
Feministische Partei mit separatem Frauenplenum
Die Kritik an dem Post ist besonders brisant, da sich die Linke in Brandenburg explizit als feministische Partei positioniert. Bei ihren Landesparteitagen gehört ein separates Frauenplenum zu den festen Programmpunkten, bei dem Männer für eine Stunde den Saal verlassen müssen.
Der ursprüngliche Post war Teil der Kritik der Linken an einem von Wissenschaftsministerin Schüle geplanten neuen Hochschulgesetz. Die Partei wirft der SPD-Politikerin vor, dem Mäzen Hasso Plattner zu weit entgegenzukommen. Die gewählte Darstellungsform mit dem KI-generierten Bild stieß jedoch auf breite Ablehnung und wurde als sexistisch kritisiert.
Die schnelle Löschung des Beitrags zeigt die Sensibilität des Themas und die Erkenntnis innerhalb der Partei, dass die gewählte Kommunikationsstrategie nicht mit den eigenen feministischen Ansprüchen vereinbar war.



