RE1 zwischen Schwerin und Hamburg: Gemischte Gefühle nach Sanierung
RE1 wieder da: Pendler zwischen Freude und Ärger

Die lang ersehnte Normalität kehrt auf der Strecke zwischen Schwerin und Hamburg zurück: Seit dem frühen Morgen rollt der Regionalexpress RE1 wieder auf den Schienen. Die neunmonatige Generalsanierung ist abgeschlossen. Statt Ersatzbussen in Magenta prägt nun wieder das Rot der Züge das Bild. Doch die Wiederinbetriebnahme löst bei den Fahrgästen gemischte Reaktionen aus.

Ein neuer Morgen am Schweriner Hauptbahnhof

Um 5.06 Uhr erklingt die Durchsage: „Meine Damen und Herren, auf Gleis 3: RE 1 nach Hamburg Hauptbahnhof, Abfahrt 5.06 Uhr.“ Wenig später rollt der Zug ein. Elf Fahrgäste steigen ein, darunter Ester und Phillip mit ihrem Kinderwagen. Die junge Familie, die kürzlich nach Schwerin zog, nutzt die Verbindung heute privat. Phillip lobt die Ersatzbusse: „Die waren sehr pünktlich und klug geleitet.“ Dennoch freut er sich über den besseren Takt nach Hamburg.

Sanierung abgeschlossen: Was wurde gemacht?

Die Generalsanierung dauerte neun Monate. Gleise, Weichen und Oberleitungen wurden erneuert – ein millionenschweres Projekt, das die Strecke zukunftssicher machen soll. Im Zug ist die Routine zurück: blaue Sitze, vereinzelte Papiere auf dem Boden, schlafende Fahrgäste. Die Fahrt begann bereits um 4.08 Uhr in Rostock.

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Neuer Fahrplan: Freude und Frust

Nicht alle teilen die Begeisterung. Frau Polzil aus Bützow fährt mit ihrer Tochter nach Nordrhein-Westfalen. Während der Sperrung wich sie auf die Route über Bad Kleinen und Lübeck aus. „Das Umsteigen war nicht schlimm“, sagt sie. Doch ihr Alltag leidet: „Statt stündlich fährt der RE1 nur noch alle zwei Stunden nach Rostock.“ Sie zeigt sich resigniert: „Es ist, wie es ist.“

Pendler kehren zurück auf die Schiene

Am Bahnhof Hagenow Land verabschiedet Herr Schell eine Freundin. Für ihn ist die Fahrt ein Test: Ab Montag pendelt er wieder täglich. Während der Sanierung war er auf das Auto angewiesen. „Es macht einen Unterschied, ob man wöchentlich tanken muss oder einmal im Monat“, erklärt er. Sein Auto bleibt nun wieder auf dem Parkplatz.

Ankunft in Hamburg: Verspätung als Nebensache

Um 6.41 Uhr erreicht der RE1 den Hamburger Hauptbahnhof – mit drei Minuten Verspätung. Für viele Pendler ist das nach neun Monaten Bauzeit eine Kleinigkeit. Die moderne Verbindung ist wieder da. Doch für Reisende wie Frau Polzil fühlt sich der neue Fahrplan wie ein Rückschritt an. Die Freude über die Wiedereröffnung mischt sich mit Enttäuschung über die ausgedünnten Takte.

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