Staatsschutz ermittelt nach verbaler Attacke auf SPD-Spitzenkandidat
Nach einer bedrohlichen Auseinandersetzung mit dem Berliner SPD-Spitzenkandidaten Steffen Krach hat der Staatsschutz des Landeskriminalamts Berlin die Ermittlungen in dem Fall übernommen. Gegen einen 61-jährigen Mann wird wegen des Verdachts der Bedrohung und der Körperverletzung ermittelt, wie ein Polizeisprecher bestätigte.
Vorfall während Wahlkampfauftritt in Steglitz
Der Zwischenfall ereignete sich am Dienstagnachmittag in der belebten Schlossstraße in Berlin-Steglitz, wo Krach gemeinsam mit weiteren Parteimitgliedern im Rahmen des Wahlkampfs Flyer verteilte und mit Passanten ins Gespräch kam. Nach Angaben eines Sprechers pöbelte ein Mann den Politiker zunächst über einen längeren Zeitraum an, bevor er direkt auf Krach zuging und ihm mit den Worten „Willst Du eine Waffe am Kopf haben?“ drohte.
Als der Mann daraufhin in eine Tasche seiner Jacke griff, schritt ein Begleiter Krachs ein und brachte den Angreifer im Verlauf der Auseinandersetzung zu Boden. Eine in der Nähe befindliche Polizeistreife konnte den Vorfall umgehend aufgreifen und den 61-Jährigen vorläufig festnehmen.
Staatsschutz prüft politische Motivation
Nach der Feststellung seiner Identität wurde der Mann wieder auf freien Fuß gesetzt, da er bei der Festnahme keinen gefährlichen Gegenstand bei sich trug. Die Hintergründe der Tat sind derzeit noch unklar. Der Staatsschutz übernimmt Ermittlungen grundsätzlich immer dann, wenn der Verdacht auf politisch motivierte Straftaten besteht.
Laut Polizeiangaben wird nun auch geprüft, ob der Verdächtige bereits zuvor andere Menschen verbal attackiert haben könnte. Zum möglichen Motiv des Mannes und zu seiner eventuellen Vorstrafen machte der Polizeisprecher keine Angaben, da dies Gegenstand des laufenden Ermittlungsverfahrens sei.
Krach erstattet Strafanzeige und setzt Wahlkampf fort
Steffen Krach, der als Spitzenkandidat der SPD für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September 2026 antritt, erstattete noch am Ort des Geschehens Strafanzeige. Anschließend setzte der Politiker seinen Wahlkampf unverzüglich fort. Die Berlin-Wahl findet in etwas mehr als zwei Jahren statt und gilt als wichtiger politischer Termin in der Hauptstadt.
Der Vorfall unterstreicht die zunehmenden Herausforderungen, denen sich Politiker im direkten Kontakt mit Bürgern während des Wahlkampfs gegenübersehen. Die Ermittlungen des Staatsschutzes werden nun klären müssen, ob es sich bei der Bedrohung um eine isolierte Handlung oder um einen gezielten politisch motivierten Angriff handelte.



