Buckelwal Timmy vor Wismar: Experten schließen aktive Tötung aus, Möwen bedrohen Haut
Buckelwal Timmy: Keine Rettung, Möwen picken Haut auf

Buckelwal Timmy vor Wismar: Keine Rettung in Sicht, Möwen bedrohen Haut

Der vor Wismar in der Ostsee gestrandete Buckelwal Timmy befindet sich im Sterbeprozess und kann nicht gerettet werden. Experten schließen eine aktive Tötung des kranken Wals in Mecklenburg-Vorpommern aus, da Risiken wie Bewusstsein bei der Einschläferung oder unkontrollierte Schüsse bestehen. Der Wal leidet unter mehreren gesundheitlichen Problemen, die seinen Tod unvermeidlich machen.

Gewicht und Hautschäden als Hauptprobleme

Das Hauptproblem ist das enorme Gewicht des Tieres in der geringen Wassertiefe. Wale benötigen die Schwerelosigkeit im Wasser; das Gewicht drückt auf die Organe und führt zu Organversagen und Kreislaufkollaps. Zudem ist die Haut durch den niedrigen Salzgehalt des Ostseewassers geschädigt und eingerissen. Es bilden sich Blasen, die von Möwen angepickt werden. Dies ermöglicht Pilzen und Bakterien, die Wunden zu besiedeln und den gesamten Organismus zu schwächen.

Diskussionen über Fischereinetz und Tötungsmethoden

In den vergangenen Tagen gab es Diskussionen über ein mögliches Fischereinetz im Maul des Wals. Ein großer Teil des Netzes, etwa 50 bis 70 Meter, wurde bereits Anfang März entfernt, wie das Umweltministerium in Schwerin mitteilte. Reste könnten sich jedoch noch im Wal befinden. Die Option einer aktiven Tötung, etwa durch Einschläferung oder Erschießen, wurde verworfen. Bei großen Säugetieren wie Walen ist zu wenig über die Praxis der Sedierung bekannt; es besteht die Gefahr, dass der Wal die Tötung bei vollem Bewusstsein erlebt. Auch eine Überdosierung könnte zu Komplikationen führen.

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Radikale Methoden ethisch nicht vertretbar

Eine radikale Methode wie das Sprengen des Wal-Kopfes mit einem Sprengsatz wäre zwar effektiv, ist jedoch ethisch nicht vertretbar und aufgrund der zuschauenden Menschen keine Option. Zudem könnte dies die Proben für wissenschaftliche Analysen unbrauchbar machen. Bianca König von der Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) Deutschland betonte, dass alle drei Möglichkeiten der aktiven Tötung ausgeschlossen wurden. Stattdessen wird der Wal auf natürliche Weise sterben gelassen.

Rettungsversuche ausgeschlossen

Nach wissenschaftlichen Untersuchungen haben Experten bei einer Pressekonferenz auf der Insel Poel mitgeteilt, dass das Tier weder lebend geborgen werden soll noch sich aus eigener Kraft befreien kann. Rettungsversuche, etwa mit Gurten oder Seilen, würden die Haut abziehen und sind daher nicht möglich. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) bezeichnete den Wal als "schwerstkrank". Der Sterbeprozess könnte heute Abend oder erst in drei Tagen enden; falls der Wal eine Stunde nicht atmet, gilt er als tot.

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