Wildkatzen in Brandenburgs Wäldern: BUND warnt vor falsch verstandener Tierliebe
Immer häufiger werden in den Wäldern Brandenburgs junge Wildkatzen gesichtet. Doch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Landesverband Brandenburg warnt eindringlich davor, die scheuen Jungtiere anzufassen oder gar mit nach Hause zu nehmen. Viele Spaziergängerinnen und Spaziergänger verwechseln die grau getigerten Wildkatzenbabys mit ausgesetzten Hauskätzchen – ein folgenschwerer Irrtum.
Warum Wildkatzen keine Hauskatzen sind
„Das kann tödliche Folgen haben“, betont der BUND. Europäische Wildkatzen (Felis silvestris) sind keine entlaufenen Hauskatzen, sondern eine eigenständige, streng geschützte Art. Ihre Jungen sind extrem scheu, vertragen kein herkömmliches Katzenfutter und sind besonders anfällig für Krankheiten, die durch Hauskatzen übertragen werden. Eine falsche Handhabung kann für die seltenen Tiere lebensbedrohlich sein.
Verbreitung der Wildkatze in Brandenburg nimmt zu
Die Europäische Wildkatze, die in Brandenburg als gefährdet gilt, breitet sich momentan in Deutschland aus. Zuletzt wurde sie in immer mehr Regionen des Bundeslandes nachgewiesen:
- Im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe - Brandenburg
- Im Schlaubetal
- Im Wildnisgebiet Jüterbog, wo sogar Wildkatzen-Nachwuchs genetisch bestätigt wurde
Daher können besonders im Frühjahr in immer mehr Wäldern Brandenburgs junge Europäische Wildkatzen beobachtet werden.
Was tun bei vermeintlich verlassenen Jungtieren?
Der BUND gibt klare Handlungsempfehlungen für den Fall, dass man ein grau getigertes Kätzchen im Wald findet:
- „Wenn Sie vermeintlich verlassene Jungtiere finden, entfernen Sie sich leise“, rät der Landesverband.
- Nach etwa sechs bis zwölf Stunden sollte man prüfen, ob die Kätzchen noch an derselben Stelle sind.
- Erst dann sollte eine örtliche Wildtierauffangstation kontaktiert werden.
Nur wenn Jungtiere offensichtlich in Not sind – etwa verletzt oder geschwächt – sollte man direkt eingreifen und professionelle Hilfe holen. Ansonsten gilt: Beobachten, Abstand halten und die Natur ihren Lauf nehmen lassen.
Die scheuen Wildkatzen sind ein wichtiger Bestandteil des brandenburgischen Ökosystems. Ihr Schutz erfordert ein umsichtiges Verhalten von Waldbesuchern, um die seltenen Tiere nicht zu gefährden.



