Am 17. Mai 2026 gewann Frederic Tillmann (47) mit seinem Wallach Comanche (12) das 95. Deutsche Springderby in Hamburg Klein Flottbek. Auf den Tag genau 13 Jahre nach dem Sieg seines Bruders Gilbert Tillmann (44) mit Hello Max erfüllte sich der wilde Reiter vom Niederrhein seinen Lebenstraum. Im Stechen blieb er fehlerfrei, während sein einziger Konkurrent Simon Heinenke (34) mit Derby-Veteran Cordillo (18) bereits am zweiten Sprung einen Abwurf hatte. Im Tunnel im Einritt brach Jubel aus.
Ein Nervenkrimi bis zur Entscheidung
Tillmann war als 14. Starter in den Parcours geritten und sah nach dem 166. fehlerfreien Ritt der Geschichte 72 lange Minuten wie der Sieger aus. Nach ihm patzte Starter um Starter. Von insgesamt 32 wagemutigen Frauen und Männern kamen nur 21 ins Ziel. Doch ganz zum Schluss folgte Heinenke mit Cordillo, der 2019 das Derby mit Nisse Lüneburg gewonnen hatte. Die 25.000 Fans im Derby-Park hielten den Atem an, als Cordillo die Bahnschranken leicht touchierte, aber die Stangen blieben liegen. Nach dem 167. „Nuller“ kam es zum Stechen, in dem Tillmann die Oberhand behielt.
Thieme: „Wie ein Weihnachtsmann geritten“
Titelverteidiger André Thieme (51) aus Plau am See wurde mit Paule (12) Dritter, nachdem er einen Abwurf beim Aufsprung auf den Wall hatte. Damit war der Traum vom fünften Titel nach 2007, 2008, 2011 und 2025 ausgeträumt. „Die Frustration ist riesig, aber auf mich! Das Pferd ist wahnsinnig gut gesprungen, aber ich bin da hingeritten wie ein Weihnachtsmann“, kritisierte sich Thieme selbst. Dennoch reist er als Gewinner des Großen Preises, den er am Samstag mit seiner Stute Chakaria gewann, zum CHIO nach Aachen.
Isabell Werth gewinnt Dressur-Derby
Das 66. Dressur-Derby war so wertvoll wie nie. Die achtmalige Olympiasiegerin Isabell Werth (56) sicherte sich zum sechsten Mal nach 1995, 1996, 2000, 2006 und 2008 das „Blaue Band“. Mit Nachwuchs-Hengst Viva Gold tanzte sie in der Kür zur Musik von Neil Diamond souverän zum Sieg (84,365 Prozent). „Hinter Isabell Zweite zu werden, ist wie ein Sieg“, lachte die unterlegene Ingrid Klimke (58) aus Münster, die mit First Class 77,040 Prozent erreichte.
Der neue Veranstalter Matthias Alexander Rath (41) hatte den traditionellen Reiterwechsel abgeschafft. Der Sieg wurde erstmals seit 1998 in einer Kombi-Wertung aus Grand Prix und Kür ermittelt. Werth dominierte überall, gewann am Samstag mit Superstute Wendy auch den Grand Special und fuhr mit 24.000 Euro Preisgeld zurück nach Rheinberg. Immer wenn sie in den Sattel stieg, war das Dressur-Stadion ausverkauft. Rath: „Isabell hat für das Turnier eine wahnsinnig hohe Bedeutung. Sie ist einfach die erfolgreichste Dressurreiterin aller Zeiten.“



