Schweriner Rathaus atmet auf: Bahnstrecke Berlin-Hamburg wird schrittweise wiedereröffnet
Im Schweriner Rathaus herrscht nach monatelangen Verzögerungen bei der Sanierung des Bahnkorridors zwischen Berlin und Hamburg endlich eine spürbare Erleichterung. Die Deutsche Bahn hat nun konkrete Pläne für eine zweistufige Wiederinbetriebnahme der wichtigen Verkehrsader vorgelegt, die von der Stadtverwaltung mit vorsichtigem Optimismus aufgenommen wird.
Zweistufige Wiedereröffnung bringt Hoffnung für Touristen und Pendler
„Wir haben die Ankündigung der Bahn mit einer gewissen Erleichterung zur Kenntnis genommen“, erklärte Bernd Nottebaum, stellvertretender Oberbürgermeister und Verkehrsdezernent von Schwerin. Der CDU-Politiker betonte die immense Bedeutung der Schienenverbindung für die Landeshauptstadt: „Wir hoffen inständig, dass es diesmal tatsächlich dabei bleibt – dass der Zugverkehr von Hagenow nach Hamburg ab dem 15. Mai wieder rollt und Schwerin ab dem 15. Juni wieder vollständig an den Fernverkehr angebunden ist.“
Für die Stadt Schwerin sei die Erreichbarkeit durch Touristen per Schiene von existentieller Bedeutung, unterstrich Nottebaum. Gleichzeitig wüssten Pendler die schnelle Verbindung nach Hamburg sehr zu schätzen, insbesondere wenn dort künftig auch das Deutschland-Ticket gelten sollte. Ursprünglich sollte die umfangreiche Sanierung des Generalkorridors bereits am 30. April abgeschlossen sein, doch technische Herausforderungen hatten zu erheblichen Verzögerungen geführt.
Konkrete Fahrplanänderungen und Verbesserungen
Laut Bahnangaben können ab Betriebsbeginn am 15. Mai Züge wieder über den fertiggestellten nördlichen Streckenabschnitt von Hamburg bis Hagenow Land verkehren. Im Regionalverkehr sollen zwischen Hamburg und Schwerin sowie weiter nach Rostock und Stralsund die Regionalzüge wieder durchgehend fahren. Diese Maßnahme wird einen Großteil des bisher notwendigen Busersatzverkehrs überflüssig machen, der in der Vergangenheit wiederholt in der Kritik gestanden hatte.
Für alle weiteren Nahverkehrsverbindungen bleibt der Ersatzverkehr mit Bussen allerdings bis zum 13. Juni bestehen. Auch die angepassten Nahverkehrslinien werden bis zur vollständigen Wiederinbetriebnahme der gesamten Strecke beibehalten, um beispielsweise weiterhin direkte Fahrten zwischen Schwerin und Berlin mit der RE-85-Linie anbieten zu können.
Vollständige Wiederinbetriebnahme zum Fahrplanwechsel
Die komplette Wiederinbetriebnahme der gesamten Strecke Hamburg–Berlin erfolgt laut Bahnplanung zum kleinen Fahrplanwechsel am 14. Juni mit Betriebsbeginn. Ab diesem Zeitpunkt würden wieder alle Fern-, Regional- und Güterzüge auf ihrem Regelweg verkehren können. Besonders erfreulich aus Sicht der Stadt: Die Bahn hat ihren ursprünglichen Plan, die frühe ICE-Verbindung nach Hamburg zu streichen, aufgrund massiver Proteste und Interventionen der Landesregierung wieder fallen gelassen.
Diese Entscheidung wurde im Rathaus ausdrücklich begrüßt, da sie die Attraktivität des Schienenverkehrs für Berufspendler und Touristen gleichermaßen erhöht. Die schrittweise Wiedereröffnung markiert somit nicht nur das Ende einer anstrengenden Bauphase, sondern auch den Beginn einer hoffentlich zuverlässigeren Verkehrsanbindung für die gesamte Region.



