Bleiverbot beim Angeln: Was Angler jetzt wissen müssen
Angler in Mecklenburg-Vorpommern und ganz Deutschland stehen vor tiefgreifenden Veränderungen. Der REACH-Ausschuss der Europäischen Union hat kürzlich Verkaufsbeschränkungen für bleihaltige Angelprodukte beschlossen. Dies betrifft vor allem Bleigewichte und -köder, die nach und nach aus den Regalen verschwinden werden. Stattdessen kommen umweltfreundlichere Alternativen auf den Markt, die jedoch teurer sind.
Warum wird Blei verboten?
Blei ist giftig für Mensch und Umwelt. Schätzungen zufolge gelangen jährlich rund 4.800 Tonnen Blei aus Angelgeräten in die Natur. Zudem nehmen etwa sieben Millionen Vögel Bleigewichte auf, was zu Vergiftungen führt. Die EU will diese Belastung reduzieren.
Welche Alternativen gibt es?
Eine gute Alternative ist Tungsten, auch als Wolfram bekannt. Es hat ähnliche Eigenschaften wie Blei, sinkt sogar etwas schneller, ist aber deutlich teurer. Auch Köder aus Kupferlegierungen mit weniger als 3 Prozent Blei sind erlaubt. Mikro-Schrotbleie unter 0,06 Gramm dürfen weiterhin verkauft werden, sofern sie in kindersicherer Verpackung angeboten werden.
Übergangsfristen im Überblick
Die Verordnung sieht gestaffelte Fristen vor:
- Nach sechs Monaten: Verkaufsstopp für Drop-In-Bleie und Bleidraht.
- Nach drei Jahren: Verbot von Angelbleien und -ködern bis 50 Gramm.
- Nach fünf Jahren: Verbot von Gewichten zwischen 50 Gramm und 1 Kilogramm.
Bereits vorhandene Bestände dürfen von Anglern weiter genutzt werden. Händler müssen bleihaltige Produkte während der Übergangszeit deutlich kennzeichnen, um auf Umwelt- und Gesundheitsrisiken hinzuweisen. Die genauen Etikettenvorgaben werden noch festgelegt.
Reaktionen aus der Branche
Der Deutsche Angelfischerverband (DAFV) plädiert für praktikable und erschwingliche Lösungen. Die European Fishing Tackle Trade Association (EFTTA) begrüßt die Planungssicherheit, kritisiert jedoch das fehlende vollständige Nutzungsverbot. Sie befürchtet einen Graumarkt, wenn Angler Bleiprodukte außerhalb der EU kaufen.
Angler sollten sich jetzt informieren und ihre Ausrüstung umstellen, um rechtzeitig auf die neuen Regeln vorbereitet zu sein.



