Bürgermeisterkandidat verlässt CDU: Enrico Malow wirft Parteibuch hin
Bürgermeisterkandidat verlässt CDU nach 19 Jahren

Bürgermeisterkandidat verlässt CDU nach 19 Jahren Mitgliedschaft

In einem überraschenden Schritt hat Enrico Malow, der seit 17 Jahren ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Grabowhöfe ist, seinen Austritt aus der CDU bekannt gegeben. Der 45-Jährige, der am 1. März als Einzelkandidat bei der Bürgermeisterwahl in Teterow antritt, erklärte seinen Parteiaustritt mit tiefgreifender Unzufriedenheit über die Politik der Union auf Bundes- und Landesebene.

Enttäuschung über Bundeskanzler und Unionspolitik

Malow äußerte scharfe Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz und der aktuellen Regierungspolitik. „Keines der vor der Bundestagswahl 2025 abgegebenen Versprechen wurde bislang eingelöst“, so der Grabowhöfer. Statt der angekündigten Schuldenbremse seien Milliardenkredite aufgenommen worden, die künftige Generationen belasten würden. Auch in den Bereichen Energie-, Bildungs- und Gesundheitspolitik habe die Union einen Kurs eingeschlagen, den er mit seinem Gewissen nicht mehr vereinbaren könne.

Kritik an Werteverlust und Entfremdung von der Basis

Der langjährige CDU-Mitglied wirft seiner ehemaligen Partei vor, ihre konservativen Werte komplett über Bord geworfen zu haben. „Zunehmend hatte ich das Gefühl, dass es der CDU nicht mehr um die Bedürfnisse der Menschen geht, sondern vor allem um bedingungsloses Regieren und die Sicherung eigener Interessen“, erklärte Malow. Die Partei habe sich in einem Maße von ihrer Basis und der Realität entfernt, das für ihn nicht mehr tragbar sei.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Kontroverse um „Brandmauer“-Thema und Teterow-Kandidatur

Besonders kritisch sieht Malow den Umgang der Union mit dem Thema „Brandmauer“. Als Bürgermeister einer Gemeinde betonte er die Bedeutung, alle Meinungen zu akzeptieren. „Solange eine Partei wie die AfD nicht verboten ist, spricht für mich nichts dagegen, auch mit ihr sachlich zusammenzuarbeiten“, so seine Position. Seine Kandidatur für das Bürgermeisteramt in Teterow, wo die CDU mit Matthias Hantel einen eigenen Kandidaten aufstellt, wurde ihm in Unionskreisen übelgenommen – ein weiterer Grund für seinen Austritt.

Zukunft ohne Parteibindung

Ambitionen, einer anderen Partei beizutreten, hat Malow nicht. „Als ehrenamtlicher Bürgermeister war es immer mein Bestreben, etwas für die Menschen zu erreichen. Und das funktioniert künftig auch ohne Parteizugehörigkeit“, betonte er. Ob er weiterhin in Grabowhöfe amtiert oder – falls die Wähler es so entscheiden – als Bürgermeister von Teterow wirkt, bleibt abzuwarten. Sein Parteiaustritt hat keine direkten Konsequenzen für seine Kandidatur in Teterow, da er dort als Einzelkandidat antritt.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration