Bundeswehr-Besuche an Schulen in Mecklenburg-Vorpommern fast verdoppelt
Bundeswehr-Besuche an Schulen in MV fast verdoppelt

Bundeswehr-Besuche an Schulen in Mecklenburg-Vorpommern fast verdoppelt

Die Präsenz der Bundeswehr an Schulen in Mecklenburg-Vorpommern hat in den letzten zwei Jahren einen deutlichen Anstieg erfahren. Während im Jahr 2023 noch 89 Veranstaltungen registriert wurden, hat sich diese Zahl im Jahr 2025 mit insgesamt 168 Auftritten nahezu verdoppelt. Das bedeutet, dass an fast jedem Schultag eine Bundeswehr-Veranstaltung in einer Schule des Bundeslandes stattfand. Diese Zahlen gehen aus einer parlamentarischen Anfrage der Linken im Bundestag hervor und werfen die Frage auf, wie stark die Armee um Jugendliche werben sollte.

Steigendes Budget und regionale Aktivitäten

Parallel zur steigenden Anzahl der Schulbesuche hat sich auch das Budget für die Nachwuchswerbung der Bundeswehr nahezu verdoppelt. Seit dem Jahr 2023 sind die Mittel von rund 37 Millionen Euro auf 70,5 Millionen Euro in diesem Jahr angestiegen. In Mecklenburg-Vorpommern war die Bundeswehr seit Jahresbeginn bereits auf mehreren Ausbildungsmessen präsent, darunter bei „Job&Shop“ in Schwerin im Januar, der Rostocker Ostseemesse Anfang März, der „Vocatium“-Messe und einem Beratungstag „Berufe in Uniform“ bei der Agentur für Arbeit in Neubrandenburg.

Schwerpunkte der Schulbesuche und politische Debatten

Bei den Schulbesuchen im Jahr 2025 entfiel ein Großteil der Bundeswehr-Auftritte auf Klassen der Sekundarstufe I und II, also der Klassen 5 bis 12. Insgesamt wurden 90 Veranstaltungen in der Sekundarstufe I und 57 in der Sekundarstufe II durchgeführt, während nur 18 Besuche in Berufsschulen stattfanden. Beispielsweise fand im Februar 2026 eine Karriereberatung mit Jugendoffizieren an den Regionalen Schulen „Fritz Reuter“ in Neubrandenburg und „Friedrich Dethloff“ in Waren statt.

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Die politische Bildung an Schulen soll nach dem Willen der Landesregierung künftig neu ausgerichtet werden. Der seit 2010 bestehende Kooperationsvertrag mit der Bundeswehr soll überarbeitet werden, um im Unterricht stärker auch andere Sichtweisen auf Sicherheit und internationale Politik zu integrieren. Dazu sollen verstärkt Organisationen eingeladen werden, die sich mit Frieden, internationaler Politik und Erinnerungskultur befassen.

Politische Kontroversen und Ablehnung von Verboten

Bislang gibt es jedoch keine Mehrheiten für alternative Informationsangebote oder Einschränkungen der Bundeswehr-Präsenz. In Malchin scheiterte Ende 2025 ein Vorstoß von BSW/Linke und AfD, Auftritte der Bundeswehr an Schulen zu unterbinden. Weder ein Verbot noch Kompromissvorschläge wie eine stärkere Einbindung von Friedensinitiativen fanden eine Mehrheit im Stadtparlament. Ebenfalls abgelehnt wurde ein entsprechender Antrag der BSW-Fraktion im Kreistag Seenplatte, der sich für ergänzende Informationen durch unabhängige friedenspolitische Akteure aussprach.

Die Rolle der Bundeswehr in der politischen Bildung bleibt somit zunächst bestehen. In diesem Jahr wird es in den Schulen des Landes erneut Dutzende Vorträge und Besuche von Jugendoffizieren geben, da die Themen Sicherheit und Verteidigung in den Lehrplänen für Politische Bildung, Sozialkunde und Geschichte fest verankert sind. Ob und wie die Bundeswehr an Schulen präsent ist, wird vorerst nicht politisch eingeschränkt, doch die grundsätzliche Debatte darüber ist längst nicht beendet.

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