Crivitz kämpft um maroden Sportplatz: Sanierung mit höchster Priorität
Der Wind fegt über den Sportplatz am Geschwister-Scholl-Platz in Crivitz und trägt den feinen Staub der alten Aschenbahn durch die Luft. Dieses Bild verdeutlicht, was längst alle wissen: Diese Sportanlage hat ihre besten Jahre deutlich hinter sich. Doch genau hier, wo Schüler ihre Runden drehen und Fußballer um Punkte kämpfen, entscheidet sich demnächst ein wichtiges Stück Zukunft für die Gemeinde.
Intensive Verhandlungen auf allen Ebenen
Die Debatte um die Zukunft des Sportplatzes hat in den letzten Wochen erheblich an Fahrt aufgenommen. Hinter den Kulissen wird intensiv gesprochen, abgestimmt und geprüft. Kommunalpolitiker sitzen regelmäßig mit Vertretern des Landes Mecklenburg-Vorpommern und des Bundes an einem Tisch, wägen verschiedene Möglichkeiten ab und suchen nach verfügbaren Fördermitteln sowie tragfähigen Konzepten für die dringend benötigte Sanierung.
Mit am Verhandlungstisch sitzen Bundestagsabgeordneter Frank Junge von der SPD, Landtagsabgeordnete Christine Klingohr ebenfalls von der SPD sowie die Crivitzer Bürgermeisterin Britta Brusch-Gamm und zahlreiche Stadtvertreter. „Das Thema Sportplatz ist eines der Themen in der Stadtvertretung, welches mit höchster Priorität behandelt wird“, betont Vize-Bürgermeister Markus Eichwitz bei einem Vor-Ort-Termin an der Anlage.
Zentrale Bedeutung für Schule und Verein
Der Sportplatz ist weit mehr als nur eine einfache Spielfläche. Das örtliche Gymnasium nutzt ihn regelmäßig für den Schulsport, geregelt durch einen Vertrag mit dem Landkreis Ludwigslust-Parchim. Gleichzeitig trainieren und spielen auf der rund 6000 Quadratmeter großen Rasenfläche die Fußballer der SG Einheit Crivitz.
Sportstättenwart Mario Franz kennt hier jeden Grashalm persönlich und weiß genau, wie viel Einsatz nötig ist, um den Betrieb unter den aktuellen Bedingungen am Laufen zu halten. „Auch die Landesliga steht schon in den Startlöchern und spielt gelegentlich auf dem Platz“, erzählt er stolz. Dass dies überhaupt möglich ist, sei primär dem unermüdlichen Engagement von Mario Franz zu verdanken, betont Vize-Bürgermeister Eichwitz ausdrücklich.
Probleme mit der maroden Aschenbahn
Doch gegen die Zeit und die natürliche Abnutzung kommt selbst die beste Pflege nicht an. Besonders die alte Aschenbahn bereitet erhebliche Probleme. Nach Regenfällen verwandelt sie sich regelmäßig in eine zähe, nasse Spur, die lange Zeit nicht bespielbar ist.
„Wenn wir viel Regen haben, dann steht das Wasser auf der Bahn. Das trocknet nicht schnell ab und versickert auch nicht. Der Schulsport muss dann ausfallen, auch wenn der Regen schon lange weg ist“, beschreibt Markus Eichwitz die unbefriedigende Situation. Die Zahlen klingen nüchtern, erzählen aber eine deutliche Geschichte: 400 Meter Laufbahn, gezeichnet von Jahren intensiver Nutzung durch Schule und Verein.
Umfassende Sanierungspläne notwendig
Erste konkrete Pläne sehen vor, die marode Aschenbahn durch eine moderne Tartanbahn zu ersetzen. „Es braucht dann auch eine unterirdische Entwässerung. Was wir jetzt haben, ist wirklich nicht mehr zeitgemäß. Immerhin trainieren hier auch echte Leistungssportler“, erklärt Sportstättenwart Mario Franz.
Auch andere Bereiche der Sportanlage stehen auf der dringenden Sanierungsliste. Die Weitsprunganlage und die Kugelstoßanlage müssen vollständig erneuert werden, um den aktuellen Anforderungen von Schule und Vereinssport gerecht zu werden. Der Platz dient nämlich nicht nur als regelmäßiger Trainingsort, sondern auch als wichtige Bühne für Sportfeste und regionale Wettkämpfe.
Kostenfrage noch ungeklärt
Wie teuer die umfassende Sanierung insgesamt wird, ist derzeit noch völlig offen. „Solange wir noch keine konkrete Förderkulisse haben und klar ist, was genau wie und wann gemacht werden kann, ergibt es keinen Sinn, Angebote einzuholen“, erläutert Vize-Bürgermeister Eichwitz die aktuelle Strategie. Zu viele Unbekannte und zu viele Variablen machen präzise Kostenschätzungen derzeit unmöglich.
Nächste Schritte bereits geplant
Fest steht jedoch: Stadt, Landkreis und Politik ziehen bei diesem wichtigen Projekt an einem Strang. Die bisherigen Gespräche verlaufen nach Aussagen aller Beteiligten „lösungsorientiert und im engen Schulterschluss“. Ein weiteres wichtiges Treffen ist bereits angesetzt – im April sollen die nächsten konkreten Schritte für die Sanierung des Crivitzer Sportplatzes besprochen und entschieden werden.



