Ungewöhnlicher Einsatz hinter Gittern: Dachdecker reparieren JVA-Dach nach Tornado
In der Justizvollzugsanstalt Bützow in Mecklenburg-Vorpommern hat ein ungewöhnlicher Wettervorfall zu einem spektakulären Handwerkereinsatz geführt. Ein sogenannter Mini-Tornado riss in der Nacht zum 3. Juli 2025 etwa 800 Quadratmeter Dachfläche vom Gebäude 23 der Haftanstalt ab. Die Beauftragung der Firma Bedachungen Habedank aus Bützow führte zu einer Baustelle unter besonderen Bedingungen.
Strenge Sicherheitsvorkehrungen für Handwerker
Dachdeckermeister Torsten Habedank und sein Team mussten sich auf außergewöhnliche Arbeitsbedingungen einstellen. Tägliche Durchsuchungen der Mitarbeiter und Firmenfahrzeuge gehörten ebenso zum Alltag wie strikte Zeitvorgaben. Die Arbeiten durften ausschließlich in den Schließzeiten zwischen 7 und 15.30 Uhr durchgeführt werden. Jeder Bauabschnitt wurde separat gesichert und durchgehend begleitet, wie eine Sprecherin des Finanzministeriums bestätigte.
Die Sicherheitsmaßnahmen gingen noch weiter: Alle eingesetzten Mitarbeiter mussten im Vorfeld ein Führungszeugnis vorlegen und wurden zusätzlich durch das Personal der Justizvollzugsanstalt eingewiesen und belehrt. Die beauftragten Unternehmen mussten ihre Zuverlässigkeit umfassend nachweisen.
Rasche Nothilfe und langwierige Sanierung
Nach dem Sturmereignis reagierte die Firma Habedank umgehend. „Wir haben sofort reagiert und dort ein Notdach rauf gemacht“, erklärt Torsten Habedank. Der Gesamtschaden beläuft sich laut Ministerium auf rund 200.000 Euro. In dieser Summe sind die Kosten für die Notsicherung, den Gerüstbau sowie für den Abbruch und die teilweise Erneuerung der Dachdämmung und Abdichtung enthalten.
Die grundhafte Erneuerung des Gefängnisdaches dauerte mehrere Monate. Seit Mitte März war Bedachungen Habedank damit beschäftigt, das damals notdürftig gedeckte Dach fachgerecht wiederherzustellen. „Wir sind mit bis zu vier Mitarbeitern vor Ort“, so der Handwerkermeister, der die Besonderheit dieser Baustelle betont.
Keine Beeinträchtigung für Inhaftierte
Entgegen erster Befürchtungen waren Häftlinge von dem Vorfall nicht betroffen. „Da es sich nicht um einen Haftbereich handelte, war eine Verlegung oder anderweitige Unterbringung von Inhaftierten nicht erforderlich“, teilt Anna Lewerenz mit. In dem beschädigten Gebäude ist die Tischlerei der Justizvollzugsanstalt untergebracht.
Der Mini-Tornado erinnert an ein früheres Wetterereignis in Bützow: Am 5. Mai 2015 zog ein Tornado durch die Stadt und hinterließ eine Schneise der Verwüstung. Während diese Schäden mittlerweile vollständig behoben sind und die renovierte Innenstadt erstrahlt, bleibt das Datum im kollektiven Gedächtnis der Stadtbewohner.
Für Dachdeckermeister Habedank war der Einsatz in der Justizvollzugsanstalt eine besondere Herausforderung. Die Kombination aus handwerklicher Präzision und den strengen Sicherheitsanforderungen einer Haftanstalt machte diese Baustelle zu einem einprägsamen Kapitel in der Firmengeschichte.



