DDR-Geschichte bei Bares für Rares: Tina Turners Unterschrift auf Ausreisedokument
DDR-Geschichte bei Bares für Rares: Tina Turner auf Dokument

Ein Stück Zeitgeschichte im ZDF: DDR-Dokument mit prominenter Unterschrift

In der beliebten Trödelshow Bares für Rares im ZDF wurde kürzlich ein außergewöhnliches Stück deutscher Geschichte präsentiert. Der Berliner Ronald Vogel, 69 Jahre alt und ehemaliger Schulleiter, brachte eine „Identitätsbescheinigung Deutsche Demokratische Republik“ zum Verkauf, die nicht nur seine persönliche Vergangenheit dokumentiert, sondern auch die Unterschrift eines Weltstars trägt.

Politische Verfolgung und Ausreise unter strengen Auflagen

Ronald Vogel lebte in den 1980er-Jahren in Ostberlin und engagierte sich im Januar 1988 beim „DDR-Komitee für Menschenrechte“, wo er gegen die Zustände in der DDR protestierte. Diese Aktivität führte zu seiner Festnahme und einer siebenmonatigen Haft im Stasi-Gefängnis. Im Juli 1988 wurde er schließlich in die Bundesrepublik Deutschland ausgewiesen.

Das von ihm vorgelegte Dokument, ausgestellt von den DDR-Behörden, war „gültig zur einmaligen Ausreise zur Übersiedlung nach der BRD“. Vogel beschrieb die emotionale Zugfahrt von der Haftanstalt in Karl-Marx-Stadt, dem heutigen Chemnitz, zur Grenze: „Wenn ich mich daran erinnere, bekomme ich heute noch eine Gänsehaut“. Den Insassen war es verboten, die Fenster zu öffnen oder zu winken, was die bedrückende Atmosphäre unterstrich.

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Ein unerwartetes Treffen mit Tina Turner

Nach vier Wochen im Übergangslager in Gießen durfte Vogel nach Westberlin übersiedeln. Während seiner Reise entdeckte er am Flughafen Frankfurt am Main die legendäre Sängerin Tina Turner, die gerade am Check-in stand. Spontan sprach er sie mit einigen englischen Brocken an und bat um ein Autogramm, das sie auf seine Identitätsbescheinigung setzte. Experte Sven Deutschmanek bestätigte später die Echtheit dieser Unterschrift.

Versteigerung mit gemischten Reaktionen

Vogel hatte ursprünglich einen Preis zwischen 200 und 300 Euro für das Dokument erwartet, was Deutschmanek als realistisch einschätzte. In der Händlerrunde startete „Waldi“ Walter Lehnertz mit seinem typischen Gebot von 80 Euro, doch nur Händler Julian Schmitz-Avila aus Bad Breisig zeigte weiteres Interesse. Bei 150 Euro stieg Lehnertz aus, und Schmitz-Avila einigte sich schließlich mit Vogel auf 200 Euro.

Schmitz-Avila äußerte seine Ehrfurcht vor dem Objekt: „Ich bin ein bisschen ehrfürchtig, schönes Objekt, ich freue mich“. Auch Ronald Vogel zeigte sich mit dem Erlös zufrieden, betonte aber die persönliche Bedeutung des Dokuments, das viele Erinnerungen an eine schwierige Zeit wachruft.

Diese Episode bei Bares für Rares verdeutlicht, wie Alltagsgegenstände tiefe historische und emotionale Geschichten tragen können, die über den reinen materiellen Wert hinausgehen und ein Stück deutsch-deutscher Vergangenheit lebendig halten.

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