Aus Bierlokal wird neues Zuhause: Ehemalige DDR-Kneipe bereitet sich auf ukrainische Geflüchtete vor
In Röbel an der Mecklenburgischen Seenplatte wandelt sich ein Stück Lokalgeschichte: Die ehemalige DDR-Kneipe „Einheit“, in der früher Röbeler ihr Bier tranken, wird derzeit zur Flüchtlingsunterkunft umgebaut. Das Gebäude soll bald 48 ukrainischen Frauen, Kindern und Männern als vorübergehende Heimat dienen. Allerdings verzögern sich die Einzugspläne aufgrund baurechtlicher Fragen.
Baurechtliche Hürden und Witterung verursachen Verzögerungen
Wie Nils Henke, Pressesprecher des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte, mitteilt, sind noch abschließend zu klärende baurechtliche Fragen der Grund für die Verzögerung. Insbesondere der Brandschutz bereitet Probleme. „Konkret konnte zum Beispiel eine Flucht- und Brandschutztreppe aufgrund der strengen Witterung der letzten Wochen nicht installiert werden“, erklärt Henke. Die winterlichen Bedingungen haben die Bauarbeiten deutlich behindert.
Doch mit den steigenden Frühlingstemperaturen soll nun Bewegung in die Sache kommen. Noch in dieser Woche werden verschiedene Fachleute vor Ort sein, um über eine mögliche Teilbelegung der Einrichtung zu beraten und letzte baurechtliche Fragen auszuräumen. Nach aktuellem Stand könnte das Haus ab Mitte März zumindest teilweise genutzt werden.
Kapazitäten und Integrationsperspektiven
Das Gebäude bietet Platz für maximal 48 Personen in Zwei- und Vierbettzimmern. Allerdings werden diese Plätze laut Kreissprecher „niemals komplett ausgelastet werden“, um Raum für Familien mit Kindern und einzeln lebende Menschen zu wahren. Henke betont: „Diese Verzögerung ist natürlich ärgerlich, aber am Ende geht die Sicherheit aller zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner immer vor.“
Derzeit sei die Situation entspannt, da viele ukrainische Geflüchtete aus der Erstaufnahmeeinrichtung in Friedland bereits in eigene Wohnungen gezogen seien und die Zuweisungen des Landes derzeit geringer ausfielen. „Eine Verzögerung der Belegung der Flüchtlingsunterkunft Röbel lässt sich daher im Moment kompensieren“, so Henke.
Integration als Gemeinschaftsaufgabe
Für die Stadtverwaltung Röbel stellen die neuen Mitbürger eine wichtige Integrationsaufgabe dar. Bei einem Tag der offenen Tür in der Flüchtlingsunterkunft wurde betont, dass man aktiv an der Integration arbeiten und auf ehrenamtliche Unterstützung aus der Röbeler Bevölkerung hoffe. Allerdings liegt die Verantwortung für die Unterkunft nicht bei der Stadt, sondern beim Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.
Die Umwandlung der ehemaligen Kneipe symbolisiert somit nicht nur einen funktionalen Wandel, sondern auch eine gesellschaftliche Herausforderung, bei der Sicherheit, Kapazitätsplanung und kommunale Integration Hand in Hand gehen müssen.



