Es ist wie eine Reise in die Vergangenheit. Jede Etage der Woldegker Seemühle, auch Fröhlcke Mühle genannt, nimmt den Besucher mit in eine längst vergangene Zeit. Als hätte der Müller gerade erst seinen Arbeitsplatz verlassen, so wirkt es hier und da. Wie intakt das Mahlwerk wirklich ist, kann der Laie nicht einschätzen. Aber es sieht so aus, als könnte man sofort starten und die Mühle in Gang bringen.
Müller wohnte hier mit sieben Kindern
Das wird vermutlich nicht passieren. Die Stadt Woldegk, die inzwischen Eigentümerin dieses imposanten Gebäudes und seiner Anbauten ist, hat Pläne für ihr Eigentum. Das Haus wieder zum Kornmahlen zu nutzen, gehört eher nicht dazu.
Was bei einem Rundgang durch die Mühle, zu der unter anderem ein Wohnhaus und ein Zwischenbau gehören, auch auffällt, ist, dass eine ordnende Hand oder besser mehrere unbedingt benötigt werden. In der Mühle stehen alte Möbel, die sich gut eignen würden, um die ehemalige Müllerwohnung wieder zu möblieren. Der Müller wohnte tatsächlich mit immerhin sieben Kindern im unteren Bereich der Seemühle.
Nicht alles darf in den Müll
Die Räume, die zur Müllerwohnung gehörten, sind groß und müssten teilweise entrümpelt werden, allerdings unter fachkundiger Aufsicht. Denn in den Ecken, Schubladen oder in den Regalen liegen Schätze, die auf keinen Fall in den Sperrmüll wandern sollten. Was dort liegt, hat zumindest Potenzial für einen Flohmarkt. Nur müsste es geholt und vor allem gereinigt werden.
Das trifft unter anderem auf einen völlig verstaubten Trabant 600 zu. Oder auf unzählige Kleinode aus DDR-Zeiten, Sprelacart-Tische, alte gerahmte Fotos, Grabplatten, altes Werkzeug oder Holzbalken. Es in den Müll zu werfen, wäre einfach schade.
Heimatstube und Mühlenarchiv
Aus den Räumen heraus muss es aber, denn erste Ideen für die künftige Nutzung des Seemühlen-Ensembles sehen unter anderem vor, die Müllerwohnung in der Mühle wieder zu einer Wohnstätte zu machen. Das sei ein einmaliger Zustand, der bei der Planung der Heimatstube berücksichtigt werden sollte, so Jan Bauditz, Vorsitzender des Mühlenvereins Mecklenburg-Vorpommern.
Denn im Mittelteil zwischen der Mühle und dem Wohnhaus könnte eine Heimatstube eingerichtet werden, zu der die ehemalige Müllerwohnung dann gehört. Zudem gibt es Überlegungen, das Mühlenarchiv des Mühlenvereins Mecklenburg-Vorpommern dort unterzubringen.
In den 1960er Jahren stellte Mühle Betrieb ein
Die Fröhlcke Mühle wurde 1888 gebaut und produzierte bis zum Anfang der 1960er Jahre. Dann war sie nur noch eine private Gebäudeanlage mit Wohnungen. Die Seemühle ist eine runde Galerieholländermühle mit einem steinernen geteerten Rumpf und einer drehbaren geschweiften Haube. Im zweigeschossigen Unterbau und im Obergeschoss befand sich die Wohnung des Müllers.
An die Mühle wurde später zunächst ein Speicher und daran in den 1940er Jahren ein zweigeschossiges Wohnhaus angebaut. Dort sollen einmal zwei separat zugängliche Wohnungen entstehen.



