Dieseldiebe stoppen Abbau der teuren Schwimmerinsel im Darguner Klostersee
Dieseldiebe stoppen Abbau der Schwimmerinsel in Dargun

Abbau der teuren Bade-Attraktion in Dargun durch Dieseldiebe gestoppt

Die Schwimmerinsel im Darguner Klostersee, einst eine umstrittene Investition der Stadt, wird nach nicht einmal neun Jahren Nutzung wieder abgebaut. Der Rückbau der Bade-Attraktion, die im Herbst 2017 mit schwerer Technik installiert wurde, erlebte am Donnerstagmorgen eine unerwartete Unterbrechung durch einen kriminellen Vorfall.

Teure Investition mit kurzer Lebensdauer

Die Plattform war ursprünglich ein Politikum in Dargun. Der damalige Bürgermeister Sirko Wellnitz musste im Sommer 2017 sogar Stadtvertreter aus dem Urlaub holen, weil die Kosten für die Schwimmerinsel mit 136.000 Euro um ein Drittel höher ausfielen als zunächst geplant. Trotz der Budgetüberschreitung entschieden sich die Abgeordneten für das Projekt, das das Strandbad deutlich attraktiver machen sollte.

Nun hat die Insel bereits wieder ausgedient, weil sich Dargun ab diesem Jahr nur noch eine einfache Badestelle ohne badetypische Utensilien leisten kann. Ein gewaltiger Amphibienbagger holte am Mittwoch Rutsche, Sprungturm und die Plattform an Land. Die Stadt lässt die Konstruktion zunächst zwischenlagern, in der Hoffnung, dass sich noch ein Käufer findet – die einst investierte Summe wird sich dabei wohl nicht mehr erreichen lassen.

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Dieseldiebstahl legt Baustelle lahm

Am Donnerstagmorgen erlebten die Arbeiter der Grimmener Wasserbaufirma Roock eine böse Überraschung. Der Bagger, der die elf Meter langen Pfähle aus dem Seegrund ziehen sollte, sprang nicht an. Schnell wurde klar: Über Nacht hatten Dieseldiebe das Strandbad heimlich besucht, den Tankverschluss geknackt und etwa 400 Liter Kraftstoff entwendet.

Bei den derzeitigen Spritpreisen bereicherten sich die Ganoven um fast 900 Euro. Die Polizei sicherte Spuren und ermittelt nun. Nach dem Diebstahl mussten die Baggerarbeiten erst einmal eine Zwangspause einlegen, was den Abbau der Schwimmerinsel verzögerte.

Umbau des Strandbads zur einfachen Badestelle

Unterdessen arbeitet auch der Stadtbauhof am Strandbad. Die Einzäunung ist bereits abgebaut, das Häuschen am Eingang wurde am Donnerstag abgerissen. Künftig gilt: ungehinderter Zugang zur Badestelle rund um die Uhr an jedem Tag des Jahres. Lediglich der Imbiss bleibt stehen, und auch die sanitären Anlagen können weiter genutzt werden.

Der Badesteg bleibt ebenfalls erhalten, muss allerdings dringend ausgebessert oder komplett saniert werden. Dass Darguns ehemaliges Strandbad nun gar nicht mehr zum Baden einladen würde, kann man damit nicht behaupten – es wird nur deutlich schlichter.

Historischer Rückblick: Schon die zweite Insel im Klostersee

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass nach 1990 eine künstliche Insel aus dem Klostersee geholt wird. Zu DDR-Zeiten hatte das Strandbad bereits eine kleine Plattform für Badegäste, die jedoch nicht den bundesdeutschen Sicherheitsvorschriften entsprach und deshalb zurückgebaut werden musste. Nun hat der Klostersee gar keine Insel mehr – die Ära der Schwimmerinseln in Dargun ist vorerst beendet.

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