Lebensgefährliche Zustände auf Discounter-Parkplätzen in Neubrandenburg
Wochenlange Kälte, Schneefall und Eisregen haben die Straßen und Parkplätze in Neubrandenburg in gefährliche Rutschbahnen verwandelt. Eine besorgte Bürgerin der Vier-Tore-Stadt macht nun auf die prekäre Situation auf mehreren Supermarkt-Parkplätzen aufmerksam, wo die Sturzgefahr besonders hoch sei.
Konkrete Gefahrenstellen benannt
Die Nordkurier-Leserin berichtet von massiven Vereisungen auf Parkplätzen vor dem schwarzen Netto in der Lindenstraße, dem roten Netto-Marken-Discount im Ponyweg und in der Kirschenallee sowie vor dem Aldi in der Traberallee. Die Flächen seien zuletzt teilweise lebensgefährlich und völlig vereist gewesen, betont die besorgte Anwohnerin. Sie hat bereits die Stadt kontaktiert, doch eine Antwort steht noch aus.
Rechtliche Grauzone bei Privatparkplätzen
Für Kundenparkplätze von Supermärkten und Discountern ist im Regelfall nicht die Stadt zuständig, da es sich um Privatgrundstücke handelt. Der ADAC verweist auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs: „Wer sein Fahrzeug auf einem Supermarktparkplatz abstellt, kann nicht davon ausgehen, dass dieser überall gestreut ist. Es genügt, wenn die Fahrwege gestreut sind – zwischen den Parkflächen kann das nicht erwartet werden.“
Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis
Von drei kontaktierten Discountern äußerte sich nur Aldi Nord auf eine entsprechende Anfrage. Pressesprecher Niklas Heidermann erklärte: „Unsere Teams und unsere Dienstleister sind bei Bedarf kurzfristig im Einsatz, um Zufahrtswege und Parkplätze freizuhalten, für die wir zuständig sind.“ Bei besonderen Wetterlagen wie in den vergangenen Wochen in Mecklenburg-Vorpommern würden zusätzliche Maßnahmen ergriffen, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Dennoch werden Kunden gebeten, stets vorsichtig und den Witterungsbedingungen angemessen zu fahren.
Glätteunfälle häufen sich
In Neubrandenburg kam es in den vergangenen Wochen zu mehreren Unfällen aufgrund der Glätte. Innerhalb von gut einer Woche zwischen Ende Januar und Anfang Februar wurden beispielsweise 120 Patienten mit glättebedingten Verletzungen im Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum behandelt. Diese Zahlen unterstreichen die Dringlichkeit des Problems.
Besserung in Sicht
In den kommenden Tagen dürften Eis und Schnee jedoch erkennbar zurückgehen. Schon am Wochenende soll Tauwetter vorherrschen, für Mittwoch nächster Woche sind bereits mittlere zweistellige Plusgrade für Neubrandenburg angekündigt. Bis dahin bleibt die Situation auf vielen Parkplätzen jedoch weiterhin kritisch.
Die Diskrepanz zwischen rechtlichen Vorgaben und der tatsächlichen Sicherheit auf Privatparkplätzen zeigt, dass bei extremen Wetterlagen klare Regelungen und verstärkte Kontrollen notwendig sind, um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten.



