Feuerwehrkameraden sprechen sich deutlich für suspendierten Kreiswehrführer aus
In einer deutlichen Entscheidung haben die Feuerwehrleute der Mecklenburgischen Seenplatte am Samstag in Bollewick die Abwahl ihres suspendierten Kreiswehrführers Stephan Drews mehrheitlich abgelehnt. Von den 215 stimmberechtigten Kameraden votierten lediglich 24 für die Entlassung Drews', während sich 79 Personen klar dagegen aussprachen. Der verbleibende Teil der Versammlungsteilnehmer enthielt sich bei dieser wichtigen Abstimmung.
Vertrauensfrage steht noch bevor
Trotz dieser klaren Unterstützung durch die Feuerwehrkameraden bleibt Stephan Drews vorerst von seinen Aufgaben als Kreiswehrführer suspendiert. Der Kreisfeuerwehrverband plant, dem suspendierten Chef noch am selben Samstag die offizielle Vertrauensfrage zu stellen. Interessanterweise war Drews zu Beginn der entscheidenden Delegiertenversammlung aller Feuerwehren im Landkreis nicht persönlich anwesend, was die besondere Dynamik der Situation unterstreicht.
Vorgänger Rieger hatte Abwahl beantragt
Den Antrag auf die Abwahl Stephan Drews' hatte dessen Vorgänger Norbert Rieger kurzfristig eingereicht. Rieger begründete sein Vorgehen damit, dass ein Kreiswehrführer aus seiner Sicht "untadeliges Verhalten" zeigen müsse, was bei Drews "nicht ausreichend vorhanden" sei. Zusätzlich kritisierte der ehemalige Kreiswehrführer eine sogenannte "Ämterhäufung", da Drews neben seiner Position als Kreiswehrführer gleichzeitig das Amt des Gemeindewehrführers in Friedland ausübt. Diese Doppelfunktion habe laut Rieger "ein gewisses Geschmäckle".
Landrat suspendierte Drews kurz vor Versammlung
Bereits zwei Tage vor der entscheidenden Feuerwehrversammlung hatte Landrat Thomas Müller (CDU) Stephan Drews von seinen Aufgaben als Kreiswehrführer suspendiert und ihm sogar das Tragen seiner Uniform untersagt. Müller erklärte, diese Maßnahme sei "notwendig, um eine dienst- und disziplinarrechtliche Prüfung des mir am 18. März übermittelten Sachverhaltes vornehmen zu können". Parallel prüfe er die Einleitung eines offiziellen Disziplinarverfahrens, betonte aber gleichzeitig, dass Drews weiterhin Ehrenbeamter bleibe.
Hintergründe bleiben teilweise unklar
Die genauen Umstände, die zur Suspendierung führten, ließ der Landrat weitgehend im Unklaren. Auf Nachfrage des Nordkurier bestätigte Müller lediglich, dass seine Entscheidung mit einem Polizeieinsatz im Zusammenhang mit Stephan Drews zu tun habe. Die Pressestelle der zuständigen Polizeiinspektion Neubrandenburg war am Freitagabend für weitere Nachfragen nicht erreichbar, was die undurchsichtige Situation zusätzlich verkompliziert.
Längerer Konflikt im Hintergrund
Bereits seit Dezember des Vorjahres schwelt ein Konflikt zwischen Friedlands Bürgermeister Frank Nieswandt (Die Linke) und dem dortigen Gemeindewehrführer Stephan Drews. Der Bürgermeister hatte den Feuerwehrmann mehrfach von seinem Dienst suspendiert, doch sowohl Gerichte als auch die Kreisverwaltung erklärten diese Maßnahmen zunächst für haltlos. Nun hat Landrat Müller den Friedländer von seinen Aufgaben als Kreiswehrführer entbunden, wobei beide Positionen ehrenamtlicher Natur sind und die Situation damit besonders sensibel erscheint.
Die Feuerwehrkameraden haben mit ihrer Abstimmung ein deutliches Signal gesetzt, doch die Zukunft von Stephan Drews als Kreiswehrführer der Mecklenburgischen Seenplatte bleibt ungewiss. Die anstehende Vertrauensfrage und mögliche disziplinarrechtliche Verfahren werden den weiteren Verlauf dieser bemerkenswerten Feuerwehr-Angelegenheit bestimmen.



