Feuerwehr nach Überschwemmungen: Über 2000 Schläuche im Einsatz, Materialtausch in Spantekow
Nach den intensiven Pumpeinsätzen aufgrund des starken Tauwetters vom vergangenen Wochenende sind die Feuerwehren in der Region Vorpommern-Greifswald weiterhin mit der Nachbereitung beschäftigt. Die Einsätze entwickelten sich vielerorts zu einer wahren Materialschlacht, bei der Tausende von Feuerwehrschläuchen zum Einsatz kamen und nun dringend ausgetauscht werden müssen.
Reparaturen und Schlauchtausch in vollem Gange
Aktuell müssen zahlreiche Tragkraftspritzen zur Reparatur gebracht werden, da diese zwar für den dauerhaften Betrieb ausgelegt sind, aber primär für sauberes Löschwasser und nicht für verschmutztes Grauwasser konzipiert wurden. Heiko Laß, Wehrführer der Feuerwehr Anklam, erklärt, dass die Technik seiner Wehr sowie der Feuerwehren Neuenkirchen und Spantekow nun Ausfälle verzeichnet. Um die Einsatzbereitschaft schnellstmöglich wiederherzustellen, fand in der Kartoffelhalle in Spantekow am Donnerstag ein umfangreiches Tauschgeschäft statt.
Die feuerwehrtechnische Zentrale (FTZ) des Landkreises war mit einem Lkw vor Ort, um gebrauchte Schläuche einzusammeln und neue auszugeben. Allerdings war ein Eins-zu-Eins-Ersatz bei Weitem nicht möglich. Allein die Feuerwehren des Amtes Anklam-Land und die Anklamer Feuerwehr haben zusammen rund 630 Feuerwehrschläuche verwendet, die nun zur Reinigung und Prüfung müssen. Dies wird noch erhebliche Arbeitsstunden in der FTZ in Anspruch nehmen.
Fokus auf Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge
Die 80 Ersatzschläuche, die aktuell ausgegeben wurden, dienen zunächst dazu, alle Feuerwehrfahrzeuge wieder zu bestücken und einsatzbereit zu machen. Die Schlauchlager der Feuerwehren werden erst später sukzessive wieder aufgefüllt. Der Landkreis Vorpommern-Greifswald rechnet damit, dass bei den Überschwemmungen insgesamt weit mehr als 2000 Schläuche benutzt wurden. Bereits 1.280 B-Druckschläuche sind zu den beiden FTZ-Standorten in Gützkow und Pasewalk zur Prüfung und Reinigung gebracht worden.
Wie in Spantekow liegt der Fokus beim Wechsel zunächst auf der Bestückung der Fahrzeuge. „Die Feuerwehren der Gemeinden können ihre Schläuche nur auf Voranmeldung tauschen“, heißt es dazu. Lagerbestände vor Ort müssen vorerst warten. Während der laufenden Einsätze half der Landkreis bereits umfangreich mit Technik, Einsatzkräften und Material aus.
Unterstützung durch den Landkreis während der Krise
Zwei erweiterte Löschzüge des Katastrophenschutzes wurden im Amt Lubmin und im Amt Anklam-Land eingesetzt. Die FTZ war mit einem Wechselladefahrzeug, einem Logistik-Lkw sowie einem Transporter im Einsatz. Zusätzlich hat der Landkreis mit einer Tragkraftspritze und einer Tauchpumpe ausgeholfen. Im nördlichen Landkreisgebiet wurden etwa 12.000 Sandsäcke an verschiedene Einsatzstellen gebracht. Darüber hinaus sind allein 350 Feuerwehrschläuche aus den Beständen des Landkreises verteilt worden, um die akuten Engpässe zu überbrücken.
Diese Maßnahmen unterstreichen die immense logistische Herausforderung, die die Überschwemmungen für die Feuerwehren darstellten. Die kontinuierlichen Anstrengungen zielen darauf ab, die Region schnellstmöglich wieder in einen sicheren Zustand zu versetzen und für zukünftige Notfälle gewappnet zu sein.



