Grippewelle in MV: Arzt warnt vor Magen-Darm-Begleitsymptomen bei über 50% der Patienten
Grippewelle in MV: Arzt warnt vor Magen-Darm-Symptomen

Grippewelle trifft Mecklenburg-Vorpommern besonders hart

Die aktuelle Grippesaison hat Deutschland fest im Griff, doch ein Bundesland steht dabei besonders im Fokus: Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet laut aktuellen Daten des Robert Koch-Instituts die höchsten Fallzahlen im bundesweiten Vergleich. Während grippale Infekte in der kalten Jahreszeit nichts Ungewöhnliches sind, beobachten Mediziner in diesem Jahr eine besondere Entwicklung. Mehr als die Hälfte der Patienten leidet nicht nur unter den klassischen Symptomen wie Husten, Halsschmerzen und Fieber, sondern entwickelt zusätzlich Magen-Darm-Beschwerden.

Chefarzt klärt über ungewöhnliche Symptomkombination auf

Dirk Werner, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Ameos Hanse Klinikum Anklam, erklärt dieses Phänomen im Gespräch mit dem Nordkurier. "Aktuell wissen wir, dass durch die verschiedenen Typen der Viren, die in unserer Umwelt grassieren, bis über die Hälfte der Patienten Begleitsymptome Magen-Darm-technisch haben", so der Experte. Konkret äußern sich diese in Übelkeit, Durchfall und Bauchkrämpfen, die zusätzlich zu den respiratorischen Beschwerden auftreten.

Werner betont, dass Magen-Darm-Probleme zwar schon in früheren Grippesaisons beobachtet wurden, in diesem Jahr jedoch besonders prominent in den Fokus gerückt sind. Ein bestimmter Virussubtyp soll für diese spezielle Symptomausprägung verantwortlich sein. Besonders gefährdet sind dabei Menschen in Pflegeheimen oder Behinderteneinrichtungen, wo vorerkrankte Personen auf engem Raum zusammenkommen.

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Übertragungswege und Schutzmaßnahmen

Der Chefarzt erläutert zudem die Übertragungsmechanismen der Grippeviren: "Wenn viele Leute zusammenkommen auf einem engen Raum, nimmt die Übertragung zu. Wenn man eher an der frischen Luft unterwegs ist, ist die Wahrscheinlichkeit des Übertragens geringer." Dies erklärt teilweise, warum die Infektionswelle sich aktuell auf einem hohen Niveau bewegt.

Als wichtigste Schutzmaßnahmen nennt Werner:

  • Strikte Einhaltung der Hygiene, insbesondere wenn man selbst erkrankt ist
  • Die Grippeimpfung als wirksamsten Schutz vor schweren Verläufen
  • Besondere Vorsicht bei chronisch kranken und älteren Patienten mit reduziertem Immunsystem

"Der beste Schutz über die Jahre ist sicherlich die Impfung", betont der Mediziner. "Wir würden auch weiterhin Leuten raten, die Impfungen anzunehmen. Bis zur Abebbung der Welle, die bis in den April oder Mai dauern kann, bietet die Impfung noch spätestens 10 bis 14 Tage nach Verabreichung einen Schutz vor schweren Verläufen und Komplikationen."

Besondere Risikogruppen im Fokus

Die Grippewelle stellt insbesondere für vulnerable Gruppen eine ernste Gefahr dar. Chronisch kranke und ältere Patienten mit geschwächtem Immunsystem sind besonders anfällig für Komplikationen. In Einrichtungen, wo viele dieser Risikopatienten auf engem Raum zusammenleben, wie Pflegeheimen oder Behinderteneinrichtungen, ist das Infektionsrisiko besonders hoch.

Das Robert Koch-Institut misst die Intensität der Grippewelle unter anderem über die ARE-Konsultationsinzidenz (Akute Respiratorische Erkrankungen). Dieser Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner wöchentlich aufgrund akuter Atemwegserkrankungen einen Arzt aufsuchen. In Mecklenburg-Vorpommern liegen diese Werte aktuell deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

Die Gesundheitsbehörden raten daher dringend zur Vorsicht und empfehlen insbesondere Risikogruppen, sich impfen zu lassen und Hygienemaßnahmen strikt einzuhalten. Mit der Grippewelle, die voraussichtlich noch mehrere Wochen anhalten wird, bleibt die Situation in Mecklenburg-Vorpommern weiterhin angespannt.

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