Gutachten entlastet Abitur-Kommission in Mecklenburg-Vorpommern von Kritik
Gutachten entlastet Abitur-Kommission in MV von Kritik

Externes Gutachten entkräftet Kritik an Abituraufgabe Geschichte in Mecklenburg-Vorpommern

Nach heftiger Kritik an einer Abituraufgabe im Fach Geschichte für das Jahr 2025 in Mecklenburg-Vorpommern sieht Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke) die Vorwürfe durch ein unabhängiges Gutachten nunmehr als widerlegt an. Die Aufregung um die umstrittene Prüfungsaufgabe scheint damit beendet zu sein.

Ministerin zeigt sich erleichtert über Ergebnisse der externen Prüfung

„Ich bin erleichtert, dass der Sachverständige der unabhängigen Aufgabenkommission des Bildungsministeriums eine ordentliche Arbeit attestiert hat“, erklärte Oldenburg in einer offiziellen Stellungnahme. Die externe Überprüfung wurde von Professor Helmut Müller-Enbergs durchgeführt und hat nach Ansicht der Ministerin alle erhobenen Kritikpunkte an der Abituraufgabe entkräftet.

Die Abitur-Aufgabenkommission war zuvor massiv in die Kritik geraten, weil sie bei der Zusammenstellung der Geschichtsaufgabe angeblich schlampig mit Quellen umgegangen sein soll. Konkret ging es um Zitate, die dem ehemaligen hochrangigen DDR-Kirchenmann Manfred Stolpe zugeordnet wurden und die von einer Webseite stammten, deren Zuverlässigkeit in Frage gestellt wurde.

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Gutachter bestätigt Seriosität der verwendeten Quellen

Professor Müller-Enbergs kam in seinem Gutachten zu dem klaren Ergebnis, dass die verwendete Webseite „www.stasiopfer.de“ in der wissenschaftlichen Literatur sowie von der Bundeszentrale und allen Landeszentralen für politische Bildung als vertrauenswürdige Quelle genutzt wird. Damit widerlegt das Gutachten den zentralen Kritikpunkt an der Aufgabenstellung.

Darüber hinaus stellte der Gutachter fest, dass das in der Abituraufgabe verwendete Stolpe-Zitat durch zwei weitere Protokolle gestützt wird. Zusätzliche Bestätigung finden die Aussagen durch Erinnerungen kirchlicher Beteiligter sowie nahezu durch Manfred Stolpe selbst. „Mithin wirkt deshalb die diesbezügliche Protokollpassage als belastbar“, so das Fazit des Gutachtens.

Historischer Kontext der umstrittenen Aufgabe

Bei dem in der Prüfungsaufgabe verwendeten Zitat handelt es sich um eine Reaktion Manfred Stolpes auf die Selbstverbrennung des Pfarrers Oskar Brüsewitz im Jahr 1976. Dieser dramatische Vorfall markierte einen bedeutenden Moment in der Geschichte der DDR-Opposition und der Kirchenpolitik in der damaligen Deutschen Demokratischen Republik.

Die Abitur-Aufgabenkommission hatte diese historische Episode für die Prüfungsaufgabe ausgewählt, um Schülerinnen und Schüler mit einer komplexen Quellenlage und unterschiedlichen Perspektiven auf ein historisches Ereignis zu konfrontieren – eine durchaus übliche Praxis im Geschichtsunterricht der Oberstufe.

Mit der Veröffentlichung des Gutachtens ist die Kontroverse um die Abituraufgabe Geschichte 2025 in Mecklenburg-Vorpommern nun offiziell beigelegt. Das Bildungsministerium betont, dass die Qualitätssicherung bei Abituraufgaben weiterhin höchste Priorität habe und externe Überprüfungen wie diese ein wichtiger Bestandteil dieses Prozesses seien.

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