Kühlungsborn: Über 400 Mutige beim verspäteten Oster-Anbaden in der Ostsee
In Kühlungsborn fand am Karsamstag das traditionelle Anbaden statt, das ursprünglich für den Neujahrstag geplant war. Widrige Witterungsbedingungen hatten damals zu einer Absage geführt, sodass die Veranstaltung auf das Osterfest verschoben wurde. Knapp 400 Teilnehmer wagten sich bei der Neuansetzung in die eiskalten Fluten der Ostsee, darunter auch zwei Teenager von der Insel Usedom.
Zwei Teenager aus Zinnowitz als mutige Teilnehmer
Piet und Patrick, beide 14 Jahre alt und aus Zinnowitz auf Usedom, gehörten zu den über 400 Mutigen, die sich beim Kühlungsborner Anbaden 2026 in die kalten Ostseewellen stürzten. Die beiden Freunde verbrachten das Osterwochenende mit ihren Eltern im Ostseebad und sahen den Gang ins kühle Nass als eine spannende Mutprobe an.
„Wir haben erst am Morgen beim Frühstückessen davon erfahren und unseren Eltern eine Wette angeboten. Wenn wir uns das trauen und ins kalte Wasser gehen, dann bekommen wir einen Eisbecher auf ihre Kosten“, erzählte Piet schelmisch, während Patrick ihm ein Handtuch reichte, um die nassen und kalten Spuren der Ostsee vom Körper zu rubbeln. „Wir haben es gepackt, jetzt freuen wir uns auf die Eisbecher“, jubelte Patrick sichtlich erleichtert.
Tradition mit historischem Flair und steigender Beliebtheit
Die Freude der Badebegeisterten war deutlich spürbar, obwohl das Anbaden verspätet stattfand. Bereits im Vorjahr hatte man die Tradition vom 1. Januar auf den Karsamstag verlegt und positive Erfahrungen gesammelt. Damals waren knapp 300 Teilnehmer dabei, in diesem Jahr sogar etwas mehr. Die Teilnehmer zogen historisch anmutende rot-weiße und blau-weiße Badeanzüge an, bevor sie sich ins kalte Ostseewasser stürzten.
Die Wassertemperatur wurde auf knapp drei bis vier Grad Celsius geschätzt, was für Piet, Patrick und die anderen Badewütigen offenbar warm genug war, um die Mutprobe zu bestehen. Jeder Teilnehmer erhielt zudem eine Medaille als Erinnerung an dieses besondere Ereignis. Für einen gratis Eisbecher und den Nervenkitzel taten die Teilnehmer Dinge, die sie sonst vielleicht nicht gewagt hätten.
Die Veranstaltung zeigt, wie Traditionen auch bei veränderten Bedingungen weiterleben und Menschen zusammenbringen können. Die steigende Teilnehmerzahl deutet auf eine wachsende Beliebtheit dieses winterlichen Spektakels hin, das trotz der Kälte für Begeisterung sorgt.



