Kita-Gebühren belasten Loitzer Haushalt: Kommunen zahlen statt Land
Die Stadtvertreter von Loitz werden Ende Februar im Rathaussaal zusammenkommen, um über den aktuellen Haushaltsplan für das Jahr 2026 zu beraten. Dabei steht ein Thema im Mittelpunkt, das den kommunalen Geldbeutel erheblich strapaziert: die Kosten für die beitragsfreie Kindertagesförderung.
Pflichtaufgabe mit steigenden Kosten
Seit dem 1. Januar 2020 ist die Kita in Mecklenburg-Vorpommern für Eltern kostenlos. Doch während Familien sich freuen, müssen die Kommunen die Rechnung begleichen. Kämmerer Enrico Vogel von der Stadt Loitz macht deutlich, dass diese Pflichtaufgabe den Haushalt unter enormen Druck setzt. „Diese Zahlen sind kein Geheimnis. Im Gegenteil, sie sprechen für sich“, erklärt Vogel gegenüber dem Nordkurier.
Die Zahlen sind tatsächlich beeindruckend: Im Jahr 2025 betrugen die Wohnsitzgemeindeanteile für die Kita-Betreuung rund 675.000 Euro. Zum Vergleich: Im Jahr 2020, als die beitragsfreie Kita eingeführt wurde, musste Loitz noch 523.000 Euro aufbringen. Ein Blick zurück ins Jahr 2012, als Eltern noch selbst zahlten, zeigt einen Wert von etwa 314.000 Euro.
Stabile Kinderzahlen, steigende Ausgaben
Interessant ist, dass die Anzahl der zu betreuenden Kinder im Amt Peenetal/Loitz relativ stabil geblieben ist:
- 2012: 1945 Kinder
- 2020: 1823 Kinder
- 2025: 2020 Kinder
Trotz dieser nur moderaten Steigerung bei den Betreuungszahlen explodieren die Kosten für die Kommune. Woher nimmt die Stadt dieses Geld? fragt sich nicht nur die Lokalpolitik.
Kommunale Finanznot verschärft sich
Während einige kleinere Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern bereits öffentlich davon sprechen, dass die Kita-Gebühren sie in den Ruin treiben könnten, bleibt der Loitzer Kämmerer mit Wertungen zurück. „Was sollen wir machen, Pflichtaufgabe ist Pflichtaufgabe!“, bringt er die Situation auf den Punkt.
Die Stadt Loitz hat kaum eigene Einnahmequellen. „Jedes Jahr aufs Neue hoffen wir, dass die Gewerbesteuern gut ausfallen“, so Vogel. Die Kommunalaufsicht habe die Stadt angehalten, nach Wegen zu suchen, wie die Haushalte von Loitz und den beiden eigenständigen Gemeinden Görmin und Sassen-Trantow stabil gehalten werden können.
Doch genau das werde zunehmend schwieriger. Der Kämmerer verweist auf Diskussionen zu Hebesätzen oder Anpassungen von Hunde- und anderen Satzungen. „Darum werden wir weiterhin nicht herumkommen“, gibt Vogel nachdenkliche Denkanstöße für die anstehende Haushaltsdebatte.
Die öffentliche Diskussion des Haushaltsplans Ende Februar dürfte diese Zahlen und die daraus resultierenden Herausforderungen für die kommunale Finanzplanung deutlich machen. Während das Land die politische Entscheidung für beitragsfreie Kitas getroffen hat, bleiben die Kommunen auf den Kosten sitzen – eine Situation, die in Loitz und vielen anderen Städten und Gemeinden zu erheblichen Haushaltsbelastungen führt.



