Kleiderbörse Gadebusch verhängt Annahmestopp: Lager voll, Gerüchte um Schließung entkräftet
Kleiderbörse Gadebusch: Annahmestopp bei voller Lagerkapazität (19.04.2026)

Kleiderbörse Gadebusch: Annahmestopp bei voller Lagerkapazität

In der Kleiderbörse Gadebusch herrscht derzeit eine außergewöhnliche Situation: Erstmals in ihrer 21-jährigen Geschichte musste die Einrichtung einen Annahmestopp für Bekleidungsspenden verhängen. Grund dafür sind komplett ausgelastete Lagerkapazitäten, die nicht mehr übersehen werden können. Dutzende Säcke voller Wäsche stapeln sich bis unter die Kellerdecke und verdeutlichen das Ausmaß der Herausforderung.

„Wir kommen gar nicht hinterher“: Leiterin äußert sich zu Gerüchten

Doreen Seligmann, die Leiterin der Kleiderbörse, erklärt die Maßnahme mit deutlichen Worten: „Wir kommen gar nicht hinterher, das abzuarbeiten. Deshalb haben wir erstmals überhaupt einen Annahmestopp verhängen müssen.“ Sie bittet um Verständnis für diesen Schritt, der notwendig geworden ist, um die bestehenden Spenden zu sortieren und zu verarbeiten.

Trotz eines Hinweises am Eingangsbereich der Kleiderbörse kursieren inzwischen Gerüchte, wonach die Einrichtung demnächst komplett schließen würde. Doreen Seligmann stellt hierzu klar: „Das stimmt nicht.“ Somit bleibt dieses wichtige soziale Angebot für hunderte Menschen in der Region erhalten.

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Ein unverzichtbares Angebot für die Region

Die Kleiderbörse Gadebusch bietet gebrauchte Bekleidung zu erschwinglichen Preisen an:

  • Hosen und T-Shirts ab jeweils drei Euro
  • Kleider ab vier Euro
  • Sommerjacken ab fünf Euro
  • Kinderschuhe ebenfalls ab drei Euro

Die Nachfrage ist in letzter Zeit deutlich gestiegen. „Es sind wieder mehr Kunden geworden, die bei uns einkaufen. Durchschnittlich 250 bis 400 Kunden sind es pro Monat“, berichtet Doreen Seligmann. Der Großteil der Käufer kommt aus dem Raum Gadebusch und Rehna, doch auch aus Schwerin, Wismar und Ratzeburg reisen Menschen an, um das Angebot zu nutzen.

Geschichte und Zukunft der Kleiderbörse

Die Gadebuscher Kleiderbörse wurde im Jahr 2005 von Lydia Schultz mit ihrem Team eröffnet. Ursprünglich befand sich die Einrichtung in einer Baracke in der Rehnaer Straße, seit 13 Jahren ist sie in der Alten Molkerei untergebracht. Die Öffnungszeiten bleiben unverändert:

  • Montags bis donnerstags: 9 bis 15 Uhr
  • Freitags: 9 bis 13 Uhr

Ab Mitte Mai wird das Team voraussichtlich wieder Bekleidungsspenden entgegennehmen. Doreen Seligmann appelliert jedoch an die Spender: „Bitte keine abgetragenen Sachen, die wir kostenpflichtig entsorgen müssen. Dies wäre für unseren Verein ein großer finanzieller Aufwand. Geld, das uns an anderer Stelle fehlen würde.“

Ein wichtiger sozialer Pfeiler in Nordwestmecklenburg

Der Arbeitslosenverband Gadebusch betreibt neben der Kleiderbörse auch eine Möbelbörse sowie eine Fahrradwerkstatt und stellt somit eine bedeutende Stütze für Menschen mit schmalem Budget dar. „Das betrifft insbesondere viele Rentner. Selbst wenn sie Rente bekommen, reicht das Geld oft nur knapp aus, um über den Monat zu kommen“, erklärt Doreen Seligmann die Bedeutung der Einrichtung.

Die aktuelle Situation mit dem Annahmestopp zeigt sowohl die große Nachfrage nach sozialen Hilfsangeboten als auch die Herausforderungen, die solche Projekte bewältigen müssen. Die Kleiderbörse Gadebusch bleibt jedoch ein fester Bestandteil der regionalen Unterstützungsstruktur und wird weiterhin ihren Beitrag zur sozialen Versorgung in Nordwestmecklenburg leisten.

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