DRK-Experte warnt: Lebensgefahr auf zugefrorenen Seen in Mecklenburg-Vorpommern
Lebensgefahr auf zugefrorenen Seen: DRK-Experte warnt (20.02.2026)

DRK-Experte warnt eindringlich vor Lebensgefahr auf zugefrorenen Seen

In Mecklenburg-Vorpommern locken die zugefrorenen Seen in diesem Winter zahlreiche Spaziergänger an, doch ein erfahrener Rettungsschwimmer warnt eindringlich vor der lebensbedrohlichen Gefahr, die von den Eisflächen ausgeht. Michael Neumann, Leiter der DRK-Wasserwacht Mecklenburgische Seenplatte mit Dienstsitz in Röbel, erklärt im Detail, unter welchen Umständen das Betreten des Eises überhaupt vertretbar ist – und wann davon dringend abzuraten ist.

Die trügerische Sicherheit dünner Eisdecken

„Es besteht definitiv Lebensgefahr“, betont Neumann mit Nachdruck. „Wenn man sich aufs Eis bewegt, kann man nicht eindeutig sehen, wie dick das Eis ist. Darum würde ich jedem davon abraten, aufs Eis zu gehen.“ Der Experte, der seit 1992 beim Deutschen Roten Kreuz tätig ist, beobachtet mit Sorge die Leichtgläubigkeit vieler Menschen. „Die Leichtgläubigkeit der Leute ist immer wieder erschreckend. Denn wenn Sie einen einzigen Menschen auf dem Eis sehen, dann denken alle, das Eis ist sicher – das ist natürlich ein Trugschluss.“

Bisher musste Neumann zwar noch keine eingebrochene Person selbst aus dem eisigen Wasser retten, doch er hat an zahlreichen Eisrettungsübungen teilgenommen und kennt die Risiken genau. Besonders gefährlich sind Fließgewässer, während stehende Gewässer zwar tendenziell dickere Eisschichten bilden, aber ebenfalls nicht sicher sind.

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Verhalten im Ernstfall: Was tun bei knisterndem Eis?

Falls man sich dennoch aufs Eis wagt und plötzlich Knackgeräusche hört oder Risse im Eis bemerkt, gibt Neumann klare Handlungsanweisungen: „Man sollte auf jeden Fall versuchen, sich flach hinzulegen, weil man schon zu schwer für die Eisdecke ist. Dann muss man das Gewicht auf die ganze Körperfläche verteilen und langsam zurück zum Ufer robben.“ Dies sei der einzige Weg, sicher vom Eis zu kommen, wenn es kurz vor dem Einbrechen steht.

Allerdings gibt es auch natürliche Geräusche auf dem Eis, die nicht unbedingt auf Gefahr hindeuten. „Wasser dehnt sich aus, wenn es gefriert“, erklärt Neumann. „Auch vorhandene Eisflächen werden bei Kälte dicker, was zu Rissen und übereinandergeschobenen Eisplatten führen kann.“

Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Eisunfällen

Wenn man beobachtet, wie eine andere Person ins Eis einbricht, lautet die oberste Regel: Nicht selbst aufs Eis gehen und sich nicht in Gefahr bringen. „Als erstes sollte man den Notruf 112 wählen“, betont der Rettungsschwimmer. „Was wir machen können, ist, wenn es in Ufernähe passiert, dem Betroffenen Gegenstände zu reichen, um ihm zu helfen, wieder aufs Eis oder an Land zu kommen.“

Falls man selbst ins Eis einbricht, ist es entscheidend, nicht unter die Eisdecke zu geraten. „In dem Augenblick, wo man ins Wasser fällt, sollte man die Arme ausbreiten, um nicht unter das Eis zu geraten“, rät Neumann. „Wenn man noch stehen kann, sollte man versuchen, das Eis zu brechen oder sich darauf zu schieben, um dann schnellstmöglich an Land zu kommen.“

Sichere Alternativen zu natürlichen Eisflächen

Der sicherste Weg ist natürlich, gar nicht erst aufs Eis zu gehen. Wer dennoch nicht auf das Eislaufvergnügen verzichten möchte, sollte sich an freigegebene oder künstlich hergestellte Eisflächen halten. Diese werden regelmäßig auf ihre Tragfähigkeit überprüft und bieten ein deutlich geringeres Risiko.

Michael Neumanns Botschaft ist klar: Die vermeintlich idyllischen zugefrorenen Seen in Mecklenburg-Vorpommern bergen unberechenbare Gefahren, die nicht unterschätzt werden dürfen. Sein Appell an alle Winterfreunde lautet: Vorsicht walten lassen und im Zweifelsfall das Betreten natürlicher Eisflächen vermeiden.

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