Linke setzt auf Kontinuität: Simone Oldenburg führt Wahlkampf in Mecklenburg-Vorpommern an
Die Partei Die Linke in Mecklenburg-Vorpommern hat ihre personellen Weichen für den anstehenden Landtagswahlkampf gestellt. Auf einem Parteitag in Rostock wurde die amtierende Bildungsministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Simone Oldenburg mit deutlicher Mehrheit zur Spitzenkandidatin für die Wahl am 20. September 2026 gekürt.
Überzeugende Mehrheit ohne Gegenkandidaten
Die 56-jährige Lehrerin und Politikerin erhielt bei der Abstimmung 79 von 114 gültigen Stimmen, was einem bemerkenswerten Ergebnis von 69,3 Prozent entspricht. Bemerkenswert ist dabei, dass es keine Gegenkandidaten für die Listenplatz-Eins-Position gab, was auf eine breite innerparteiliche Unterstützung für Oldenburg hindeutet.
In ihrer programmatischen Rede vor den Delegierten verwies Oldenburg nicht nur auf ihre politische Agenda, sondern auch auf ihre familiäre Geschichte. Sie betonte, dass ihre Großeltern im Widerstand gegen den Nationalsozialismus aktiv gewesen seien. Vor diesem historischen Hintergrund warnte sie eindringlich vor aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen.
Klarer Appell gegen Rechts und für Geschlossenheit
„Unser Land droht wieder Stück für Stück von Rechtsaußen zerfressen zu werden“, mahnte die designierte Spitzenkandidatin. Mit deutlichen Worten positionierte sie sich gegen jede Form der Geschichtsverharmlosung: „Die Linke werde es nicht zulassen, dass sich der schrecklichste Teil der deutschen Geschichte wiederhole.“
Für einen erfolgreichen Wahlkampf forderte Oldenburg eine geschlossene und mutige Linke, die nicht zaudere und sich nicht wegducke. Ihr Aufruf lautete: „Machen wir uns auf in einen überzeugenden, lebendigen und mutigen Wahlkampf.“
Regierungsbeteiligung und Umfragewerte
Die Linke regiert in Mecklenburg-Vorpommern seit 2021 gemeinsam mit der SPD in einer Koalition. Bei der letzten Landtagswahl zogen neun Abgeordnete der Partei in den Schweriner Landtag ein, nachdem sie 9,9 Prozent der Stimmen erreicht hatte.
Aktuelle Umfragen deuten auf eine mögliche leichte Verbesserung der Position hin:
- Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der „Ostsee-Zeitung“ vom 19. Februar prognostiziert der Linke etwa elf Prozent der Wählerstimmen.
- Das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap sah die Partei in einer Untersuchung für den NDR vom 27. Januar sogar bei zwölf Prozent.
Mit Simone Oldenburg an der Spitze geht die Linke somit mit einer erfahrenen Regierungspolitikerin in den Wahlkampf, die sowohl auf ihre bisherige Arbeit in der Landesregierung als auch auf klare programmatische Positionen setzt.



