Marine zeigt Interesse an Parchimer Flughafen: Verhandlungen mit chinesischen Eigentümern nötig
Marine will Flughafen Parchim: Verhandlungen mit China nötig

Marine prüft Parchimer Flughafen als neuen Stützpunkt

Die Marine hat offizielles Interesse am stillgelegten Flughafen Parchim bekundet, der aktuell von einem Transport- und Logistikunternehmen zum Umschlag von Fahrzeugen genutzt wird. Dieser potenzielle Militärstandort stößt in der Stadt Parchim selbst und im Kreistag auf durchweg positive Resonanz. In einer kürzlich von den Stadtvertretern verabschiedeten Resolution wird betont, dass der Standort ideale Voraussetzungen und eine besondere Eignung für die beabsichtigte Nutzung durch das Marinekommando als zweiten Fliegerstützpunkt biete.

Zustimmung von Stadt und Kreis für militärische Nutzung

Nicht nur die Stadt Parchim, sondern auch der Kreistag unterstützt ausdrücklich die Entwicklung des Parchimer Flughafens zu einem Stützpunkt der Bundeswehr. Allerdings stellt sich eine entscheidende Hürde in den Weg: Weder die Stadt Parchim noch der Landkreis sind Eigentümer des Flughafengeländes. Für rund 30 Millionen Euro wurde der frühere Militärflughafen der russischen Armee bereits im Jahr 2007 vom Landkreis an den chinesischen Investor Jonathan Pang verkauft.

Komplexe Eigentumsverhältnisse in chinesischer Hand

Im Jahr 2019 meldete der damalige Betreiber Insolvenz an, und der Flugbetrieb wurde eingestellt. Das Flughafengrundstück gehörte jedoch keiner der betroffenen Betreibergesellschaften und ist nicht Teil der Insolvenzmasse. Insolvenzverwalter Nicolas Rebel von der Kanzlei White&Case erklärt dazu: Wir könnten es also nicht verkaufen. Im Zuge der Abwicklung seien die Grundstücke förmlich an eine chinesische Gesellschaft zurückgegeben worden.

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Ob das Eigentum nach wie vor in chinesischer Hand liegt, konnte der Insolvenzverwalter nicht mit absoluter Sicherheit bestätigen, aber es spricht vieles dafür. Der aktuelle Nutzer des Geländes, das Transport- und Logistikunternehmen Fehrenkötter, berief sich erst kürzlich im Gespräch mit Redakteuren auf langfristige Verträge mit einer chinesischen Grundstücksgesellschaft, als es um eine mögliche militärische Nutzung ging.

Marine sucht neue Standorte in Mecklenburg-Vorpommern

Die Marine prüft derzeit intensiv neue Standortoptionen in Mecklenburg-Vorpommern. Aus dem geplanten Aufwuchs der Streitkräfte ergeben sich neben infrastrukturellen Bedarfen auch neue Standort- und Liegenschaftserfordernisse. Ende Januar fanden bereits Gespräche mit Vertretern der Marine in Parchim statt, wie die Stadtverwaltung mitteilte.

Aktuelle Nutzung als Fahrzeugzentrum

Gegenwärtig wird das Flughafengelände von Fehrenkötter als Fahrzeugzentrum für Neu- und Gebrauchtwagen genutzt, die europaweit ausgeliefert werden. Nach Unternehmensangaben stehen derzeit rund 10.000 Fahrzeuge in Parchim. Das Insolvenzverfahren im Zusammenhang mit den pleitegegangenen Betreibergesellschaften ist noch nicht abgeschlossen.

Für die Gläubiger geht es um einen nennenswerten sechsstelligen Betrag, wie Insolvenzverwalter Rebel betont. Das Verfahren gestaltet sich äußerst schwierig, insbesondere aufgrund eines nicht anwesenden Geschäftsführers, was die Beschaffung von Informationen erheblich erschwert. Investor Jonathan Pang ist seit dem Jahr 2019 spurlos verschwunden, was die gesamte Situation zusätzlich kompliziert macht.

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