Emotionale Welle nach gescheiterter Wal-Rettung: Minister Backhaus im Fadenkreuz
Die gescheiterte Rettung des Buckelwals Timmy in der Wismarbucht hat eine Welle der Empörung ausgelöst, die sich nun direkt gegen Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus richtet. Der 67-jährige SPD-Politiker wird in sozialen Medien massiv beschimpft, erhielt Morddrohungen per E-Mail und wurde sogar wegen unterlassener Hilfeleistung angezeigt.
Hass-Kampagne überschreitet alle Grenzen
Seit klar wurde, dass dem gestrandeten Buckelwal nicht mehr geholfen werden kann, eskaliert die Situation. Ministeriumssprecher Claus Tantzen bestätigte auf Anfrage: „Wir haben großes Verständnis für die emotionale Betroffenheit, aber Morddrohungen überschreiten eine klare Grenze.“ Das Ministerium prüft derzeit alle eingehenden Drohungen und erwägt strafrechtliche Schritte gegen die Absender.
Parallel dazu ist bei der Polizei eine Anzeige gegen Backhaus und weitere Beteiligte der Walrettung eingegangen. Die Vorwürfe lauten auf Tierquälerei und unterlassene Hilfeleistung. Aus dem Ministerium heißt es dazu, man habe von dieser Anzeige bisher nichts offiziell erfahren und weise die Vorwürfe entschieden zurück.
Ministerium verteidigt Rettungsbemühungen
Das Umweltministerium betont, alle verfügbaren Experten einbezogen und sämtliche rechtlich sowie fachlich möglichen Maßnahmen geprüft zu haben. Zur schonenden Bergung des Tierkörpers wurde am Donnerstag ein Vermessungsboot eingesetzt, das die Umgebung des Wales fast geräuschlos erkundete.
Minister Backhaus selbst zeigte sich bei einer Pressekonferenz emotional bewegt. Mit stockender Stimme schilderte er: „Ich habe ihn ja angefleht, wir alle, dass er sich auf den Weg macht!“ Der Wal sei fünf Seemeilen geschwommen, habe sich dann aber anders entschieden und nicht den Weg in die offene Ostsee gefunden.
Appell an die Öffentlichkeit
Backhaus äußerte nur noch einen Wunsch für den Wal: „dass er zur Ruhe kommt“. Gleichzeitig bat er die Öffentlichkeit eindringlich um Stille und Respekt in dieser emotional aufgeladenen Situation. Für Timmy bleibt damit nur die Hoffnung auf einen würdevollen letzten Weg.
Die Ereignisse zeigen, wie sehr der Fall des Buckelwals die Gemüter erhitzt hat – und wie schnell aus berechtigter Sorge um ein Tier persönliche Angriffe auf Verantwortliche werden können. Das Ministerium steht nun vor der Herausforderung, sowohl die Aufklärung des Wal-Vorfalls als auch den Schutz seines Ministers vor weiterem Hass zu gewährleisten.



