MV investiert Millionen in Rettungsinfrastruktur: Neue Wachen und vierter Hubschrauber geplant
In Mecklenburg-Vorpommern wird das Netz der Rettungswachen deutlich ausgebaut. Mit Investitionen in Millionenhöhe und einem zusätzlichen Rettungshubschrauber soll die Notfallversorgung im gesamten Bundesland gestärkt werden, insbesondere in ländlichen Regionen.
Zwei neue Rettungswachen im Landkreis Nordwestmecklenburg
Im Landkreis Nordwestmecklenburg entstehen derzeit gleich zwei neue Rettungswachen. Eine davon wird im Dorf Rieps für etwa 1,8 Millionen Euro errichtet und soll im zweiten Halbjahr 2026 in Betrieb genommen werden. An dem Bauprojekt sind Unternehmen aus Neubrandenburg, Klütz, Potsdam, Rehna, Rostock und Wismar beteiligt.
Diese Investition wird sich insbesondere auf die Flächenabdeckung des Rettungsdienstes positiv auswirken, betonte Kreis-Pressesprecher Tore Degenkolbe. Die neue Wache in Rieps ersetzt künftig den bisherigen Standort in Rehna.
Eine zweite Rettungswache entsteht in Mühlen Eichsen, ebenfalls mit Investitionskosten von rund 1,8 Millionen Euro. Sie soll Platz für einen Rettungswagen samt Besatzung bieten, die aus einem Notfallsanitäter und einem Rettungssanitäter besteht. Zudem ist am Standort Mühlen Eichsen die Ausbildung von Auszubildenden geplant.
Steigende Einsatzzahlen bei stabilen Hilfsfristen
Die Investitionen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Zahl der Rettungsdiensteinsätze in Mecklenburg-Vorpommern kontinuierlich steigt. Nach Angaben des Sozialministeriums erhöhte sich die Anzahl von 184.000 Einsätzen im Jahr 2018 über 188.500 Einsätze im Jahr 2021 auf 205.500 Einsätze im Jahr 2024.
Bemerkenswert ist dabei, dass die durchschnittliche Hilfsfrist relativ konstant geblieben ist, teilte ein Ministeriumssprecher mit. Sie lag 2018 bei 9:28 Minuten, 2021 bei 9:35 Minuten und 2024 bei 9:20 Minuten. Dies sei angesichts der gestiegenen Einsätze eine beachtliche Leistung.
Vierter Rettungshubschrauber für Westmecklenburg
Neben den bodengebundenen Maßnahmen plant das Land Mecklenburg-Vorpommern auch die Erweiterung der Luftrettung. Ein vierter Rettungshubschrauber soll frühestens ab 2027 in Pampow im Landkreis Ludwigslust-Parchim stationiert werden und vor allem in Westmecklenburg zum Einsatz kommen.
Derzeit betreibt das Land drei Luftrettungszentren in Güstrow, Neustrelitz und Greifswald. Im vergangenen Jahr flogen diese drei Hubschrauber insgesamt mehr als 3300 Einsätze, wobei Herz-Kreislauf-Notfälle zu den häufigsten Alarmierungsgründen zählten.
Zuständigkeiten im Rettungsdienst
Die Träger des Rettungsdienstes am Boden sind die Landkreise und kreisfreien Städte, die jeweils für ihren Rettungsdienstbereich zuständig sind. Die Luftrettung wird hingegen vom Land Mecklenburg-Vorpommern getragen. Mit den aktuellen Investitionen soll die Versorgungssicherheit in allen Regionen des Bundeslandes weiter verbessert werden.



