Trotz Wirtschaftskrise: Unternehmen in MV bieten weiterhin zahlreiche Lehrstellen an
Die Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern halten trotz der aktuellen konjunkturellen Schwierigkeiten an ihren Ausbildungszusagen fest. Fünf Monate vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres haben bereits zahlreiche Bewerbungsverfahren begonnen, und die ersten Lehrverträge wurden unterzeichnet. Die Industrie- und Handelskammern im Land rechnen für dieses Jahr erneut mit etwa 4700 angebotenen Ausbildungsplätzen.
Starker Start im Handwerk mit Fokus auf Klimaberufen
Besonders erfreulich entwickelt sich die Situation im Handwerk. Landesweit wurden bereits 127 Ausbildungsverträge abgeschlossen, was einem Plus von etwa 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Axel Hochschild, Präsident der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern, betont: „Vor allem in den Klimaberufen sehen viele Jugendliche ihre beruflichen Perspektiven.“ Besonders gefragt sind Ausbildungen zum Anlagenmechaniker im Sanitär-Heizungs-Klima-Handwerk sowie im Elektrohandwerk.
Fachkräftemangel wird in Betrieben spürbarer
Obwohl viele Ausbildungsstellen in den vergangenen Jahren unbesetzt blieben, weil geeignete Bewerber fehlten, verschärft sich der Fachkräftemangel in den Unternehmen weiter. Peter Todt, Ausbildungschef der IHK Schwerin, erklärt: „In den Betrieben wird die Fachkräftenot greifbarer.“ Die jüngste Konjunkturumfrage der Kammer zeigte, dass Unternehmen im Fachkräftemangel wieder größere Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung sehen. Dennoch bleibt die Bereitschaft zur Ausbildung hoch.
Vielfältiges Angebot in regionalen Lehrstellenbörsen
Für die etwa 14.500 Schulabgänger in Mecklenburg-Vorpommern stehen knapp 150 verschiedene Berufe zur Auswahl. In den Lehrstellenbörsen der Wirtschaftskammern finden sich landesweit Hunderte offene Positionen. In Rostock werden über 100 Stellen angeboten – vom Berufskraftfahrer bis zur zahnmedizinischen Fachangestellten. Regional gibt es deutliche Unterschiede: In den Tourismusregionen an der Küste und in Vorpommern dominieren Stellen im Gastgewerbe, während in Westmecklenburg Handelsberufe und Metalltechnik-Lehrstellen im Vordergrund stehen.
Bewerbungsphase läuft – Unterstützung für alle Leistungsniveaus
Nach dem Ende der Winterferien ist der ideale Zeitpunkt für Bewerbungen gekommen. Peter Todt rät Schulabgängern, sich jetzt mit ihren Halbjahreszeugnissen um eine Lehrstelle zu kümmern. Bewerber mit entsprechenden Leistungen und dem „notwendigen Biss“ können sich ihre Stellen praktisch aussuchen. Aber auch für Jugendliche mit weniger guten Noten gibt es Chancen: Unternehmen stellen zusammen mit Bildungsträgern zahlreiche Nachhilfeangebote bereit und ermöglichen oft die Erweiterung der Lehre zu höheren Abschlüssen.
Werbung für duale Ausbildung: Messen und digitale Veranstaltungen
In den kommenden Wochen intensivieren Wirtschaft und Arbeitsverwaltung ihre Werbung für die duale Berufsausbildung. Bereits am 28. Februar öffnet die Ausbildungsmesse Jumpin 2026 in der Hochschule des Bundes in Schwerin mit Dutzenden regionalen Unternehmen. Ab Mitte März folgt die Woche der Ausbildung mit zahlreichen Veranstaltungen in allen fünf Regionalbezirken Mecklenburg-Vorpommerns. Markus Biercher, Chef der Landesarbeitsagentur, erklärt: „Digitale Elternabende vom 2. bis 15. März geben auch berufstätigen Eltern die Möglichkeit, sich über Berufschancen ihrer Kinder zu informieren.“ Gleichzeitig werden Unterstützungsangebote auf dem Weg zum Ausbildungsplatz vorgestellt.



