Frischer Wind im traditionsreichen Eiscafé Eiszeit
In der malerischen Münzstadt Gadebusch hat eine süße Ära begonnen. Während vor wenigen Wochen noch Schlittschuhläufer über die erste offizielle Eisbahn der Stadt glitten, eröffnet nun die nächste Generation das Eiscafé Eiszeit für die Eissaison. Jennifer Hirsch hat den Betrieb von ihrer Mutter Kerstin übernommen und bringt damit frischen Wind in das etablierte Familienunternehmen.
Nach 18 Jahren: Ein geplanter Übergang in der Familie
Der Generationswechsel war lange geplant. Kerstin Hirsch, die das Café seit 18 Jahren führte, erklärt: „Ich hatte immer eine doppelte Belastung zwischen Eiscafé und Großhandel. Es ist an der Zeit, kürzerzutreten.“ Die Freude darüber, dass die Tochter den Betrieb übernimmt und nicht in fremde Hände gelangt, ist ihr deutlich anzumerken. „Im Prinzip ist ja alles ein Familienbetrieb“, betont die erfahrene Unternehmerin.
Die Geschichte des Eiscafés begann 2008, nachdem der familieneigene Eisbedarf-Großhandel bereits erfolgreich etabliert war. Jennifer Hirsch war damals von Anfang an dabei, wechselte nach neun Jahren vorübergehend in einen anderen Bereich, kehrte nun aber voller Enthusiasmus zurück. „Jetzt bin ich wieder zurück und freue mich auf die neue Herausforderung“, sagt die 37-jährige Neu-Besitzerin.
Modernisierung und neue Kreationen
Mit dem Wechsel an der Spitze ging eine umfassende Renovierung einher. Das Café präsentiert sich nun im angesagten Industriestil mit einer überarbeiteten Karte. Doch nicht nur das Design hat sich verändert – auch das Sortiment wurde erweitert.
Jennifer Hirsch verrät: „Wir haben neue Becherkreationen aufgenommen und bieten jetzt auch Eiskuchen-Variationen an, wie Blaubeere mit Cheesecake oder Lemon-Curd mit Biskuit.“ Zur Saisoneröffnung gibt es zudem neue Eissorten, darunter die Kreation „Franui“ mit Himbeeren und Schokolade.
Für die Entwicklung dieser neuen Kreationen ist Bruder Björn Hirsch verantwortlich. Der Eiskonditor betont den Aufwand hinter jeder neuen Sorte: „Da steckt eine Menge Arbeit dahinter. Die passenden Komponenten in entsprechender Qualität zu finden, die sich gut verarbeiten lassen – und am Ende muss die Kombination natürlich so schmecken, wie wir uns das vorstellen und bei den Kunden gut ankommen.“
Innovationen und Familienzusammenarbeit
Die Hirsch-Familie denkt bereits über weitere neue Sorten nach, die im Laufe der bis Ende September dauernden Saison eingeführt werden sollen. Im Tresen des Cafés finden Gäste stets 16 verschiedene Eissorten zur Auswahl.
Eine besonders erfolgreiche Innovation des vergangenen Jahres war der Eis-Schrank an der Produktionsstätte in der Industriestraße. Kerstin Hirsch erinnert sich: „Wir waren erst nicht überzeugt, aber es war ein positiver Schritt. Da hat sich die junge Generation durchgesetzt.“ Der Selbstbedienungsautomat ist rund um die Uhr bestückt – auch im Winter – und bietet Radfahrern sowie Nachtschwärmern außerhalb der Café-Öffnungszeiten Zugang zu den familieneigenen Kreationen.
Persönlicher Bezug zum Produkt
Die Frage, ob die Familie selbst noch regelmäßig Eis genießt, beantwortet Kerstin Hirsch mit einem Schmunzeln: „Wenn man den ganzen Tag im Eiscafé arbeitet, isst man tatsächlich nicht so viel Eis, als wenn man sich unterwegs eins gönnt.“ Sohn Björn ergänzt jedoch, dass der Appetit zu Saisonbeginn besonders groß sei.
Seit Donnerstag ist das Eiscafé Eiszeit wieder geöffnet und lädt Groß und Klein ein, sich durch die traditionellen und neuen Kreationen der Familie Hirsch zu probieren. Drei Generationen arbeiten hier Hand in Hand – von der erfahrenen Kerstin über die neue Chefin Jennifer bis hin zu deren Tochter Neela, die bereits mit anpackt.



