Neue Gleichstellungsbeauftragte in Mecklenburg-Vorpommern nach Flaggenskandal
Mecklenburg-Vorpommern hat eine neue Landesbeauftragte für Frauen und Gleichstellung. Monique Tannhäuser wurde von Justiz- und Gleichstellungsministerin Jacqueline Bernhardt (Die Linke) am späten Mittwochnachmittag in Schwerin offiziell vorgestellt. Tannhäuser, die zuvor drei Jahre als Geschäftsführerin des Landesfrauenrates tätig war, tritt die Nachfolge von Wenke Brüdgam an, die im Dezember 2025 nach heftiger Kritik zurückgetreten war.
Ministerin Bernhardt lobt neue Beauftragte
Ministerin Jacqueline Bernhardt würdigte Monique Tannhäuser als „eine sehr engagierte Verfechterin der Gleichstellung und somit bestens für die Stelle der Landesbeauftragten geeignet“. Das Land habe in diesem Jahr noch zahlreiche wichtige Aufgaben zu bewältigen, darunter:
- Die Fertigstellung des Gleichstellungspolitischen Rahmenprogramms
- Die Umsetzungsstrategie der Istanbul-Konvention
- Die Umsetzung des bundesweit beschlossenen Gewalthilfegesetzes
Bernhardt zeigte sich überzeugt, dass Tannhäuser mit all diesen Bereichen bestens vertraut sei: „Sie ist sehr gut vernetzt und wird das Segel für mehr Gleichstellung im Wind halten“.
Tannhäuser verteidigt ihre Vorgängerin vehement
Monique Tannhäuser hat bereits in ihrer Zeit als Geschäftsführerin des Landesfrauenrates große Stücke auf ihre Vorgängerin Wenke Brüdgam gehalten. In einer ersten Reaktion auf deren Rücktritt betonte sie damals: „Es ist aus unserer Sicht unverantwortlich, ausgerechnet jetzt auf eine Landesbeauftragte für Frauen und Gleichstellung zu verzichten, sie hat sich aus unserer Sicht klar bewährt.“
Der Landesfrauenrat hatte in einer Stellungnahme vom 5. Dezember 2025 erklärt: „Die öffentlichen Aussagen von Frau Brüdgam in sozialen Medien waren unangebracht. Entscheidend ist jedoch, wie verantwortungsvoll und transparent jemand damit umgeht. Wenke Brüdgam hat ihren Fehler umgehend eingeräumt und sich entschuldigt. Dieses Verhalten steht für eine gelebte Fehlerkultur, die wir uns im politischen Raum deutlich häufiger wünschen.“
Amt bis zur Landtagswahl im September
Monique Tannhäuser übernimmt das Amt der Gleichstellungsbeauftragten für die bis zur Landtagswahl im September verbleibenden Monate. Bereits im Dezember hatte der Landesfrauenrat die Landesregierung nachdrücklich aufgefordert, an dem Amt der Gleichstellungsbeauftragten auch über die Landtagswahl hinaus festzuhalten und seine Arbeit weiterhin konsequent zu unterstützen.
Der Rücktritt von Wenke Brüdgam war auf heftige Kritik zurückzuführen, nachdem die Linken-Politikerin in einem Social-Media-Post zugegeben hatte, Deutschland-Fahnen heruntergerissen zu haben. Diese Aussage löste eine Protestwelle aus und führte schließlich zu ihrem Rückzug aus dem Amt. Seit Anfang Dezember war die Position vakant, bis nun mit Monique Tannhäuser eine Nachfolgerin gefunden wurde.



