Neue Parchim-Bahn startet im Juni: Pendlerverkehr mit Tempo 100 auf modernisierter Strecke
Parchim-Bahn startet im Juni mit Tempo 100

Neue Parchim-Bahn startet im Juni: Pendlerverkehr mit Tempo 100 auf modernisierter Strecke

Nach monatelangen Bauarbeiten und einem nervigen Ersatzverkehr steht der Neustart der Regionalbahn RB14 zwischen Hagenow, Ludwigslust und Parchim unmittelbar bevor. Die Infrastrukturgesellschaft der Deutschen Bahn InfraGo hat jetzt zugesichert, dass der Bahnverkehr auf der derzeit gesperrten Strecke ab dem 14. Juni 2026 wieder rollen wird. Während sich der Neustart auf der Schnellbahnlinie Hamburg-Berlin nach der Generalsanierung um sechs Wochen bis Mitte Juni verzögert, soll auf der Nebenstrecke der Bauplan eingehalten werden.

Umfassende Modernisierung der Streckeninfrastruktur

Die Bahn hatte den für den Pendlerverkehr im westmecklenburgischen Regionalbahnnetz in die Jahre gekommenen Streckenabschnitt in den vergangenen Monaten in einem zweiten Bauabschnitt großflächig modernisiert. Der nach den Auswirkungen des harten Winters um Wochen verzögerte Ausbau der Hamburg-Berlin-Linie hätte dabei keine Auswirkungen auf die Parchimer Regionalbahnstrecke, wie die Bahn betont. Bis Mitte Juni werden die Bauarbeiten an dem 16 Kilometer langen Streckenabschnitt vollständig abgeschlossen sein.

Für dieses wichtige Bauprojekt im Bahnnetz des Landes wurden umfangreiche Maßnahmen umgesetzt:

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  • Erneuerung des Oberbaus und Ausbau der Leit- und Sicherungstechnik
  • Arbeiten an sieben Bahnübergängen und Streckendurchlässen
  • Die Bahnlinie war bereits 2023 in einem ersten Bauabschnitt zwischen Ludwigslust und Neustadt-Glewe für Geschwindigkeiten bis 80 Kilometer je Stunde ausgebaut worden

Barrierefreie Zukunftsbahnhöfe für Fahrgäste

Für Fahrgäste verbessern sich ab Juni die Bedingungen auf mehreren Bahnhöfen erheblich. Die Bahn hat die Stationen Groß Laasch, Dütschow und Spornitz zu sogenannten Zukunftsbahnhöfen ausgebaut mit folgenden Verbesserungen:

  • Erhöhte Bahnsteige für ein komfortableres Ein- und Aussteigen
  • Vollständig barrierefreie Anlagen
  • Verbesserte Beleuchtungssysteme
  • Neue Fahrtanzeiger am Bahnsteig
  • Moderne Wetterschutzhäuser

Schnellere Verbindungen und verbesserte Anschlüsse

Der umfangreiche Modernisierungsaufwand soll sich für Pendler und Reisende lohnen. Künftig sollen Züge auf der Strecke statt wie bislang teilweise nur mit 60 km/h mit bis zu 100 Kilometer je Stunde fahren können. Auf der Strecke verkehrt die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft (Odeg) im Auftrag des Landes im Regionalverkehr.

„Die kürzeren Fahrzeiten machen die Bahn im südwestlichen Mecklenburg-Vorpommern attraktiver“, hatte der DB-Konzernbeauftragte für MV, Alexander Kaczmarek, angekündigt. Mit dem Ausbau der Strecke werden zudem Anschlüsse nach Schwerin und Hamburg verbessert, die Reisezeiten verkürzt und die Kapazitäten zwischen Ludwigslust und Parchim erhöht. Das Land hatte die Sanierung mit einer millionenschweren Förderung unterstützt.

Vorbereitung für Batteriezüge ab 2027

Mit dem Streckenausbau wird in Mecklenburg-Vorpommern zudem der Einsatz von Batteriezügen vorbereitet. Früheren Angaben des Verkehrsministeriums zufolge will die Deutsche Bahn ab Ende 2026 im Teilnetz Warnow auf den Regionallinien 11 Wismar-Tessin und RB 12 Rostock-Graal-Müritz die ersten Batteriezüge einsetzen, die eine Reichweite von etwa 100 Kilometern haben.

Ab Dezember 2027 will die Odeg dann die ersten elektrisch betriebenen Züge auf der Parchim-Linie einsetzen. Dies war in dem 2014 für die kommenden 15 Jahre vergebenen Verkehrsvertrag für die Strecke zwischen Land und Odeg vereinbart worden. Danach werden unter anderem auf den Linien RB 13 Rehna-Schwerin-Parchim und RB 14 Parchim-Ludwigslust-Hagenow-Stadt der bisherige Dieselbetrieb der Triebwagen durch klimaschonenden Batteriebetrieb ersetzt – mit Zügen in neuem weiß-blauen Design.

18 Millionen Euro für Parchims Zugwerkstatt

Für die neuen batteriebetriebenen Züge vom Typ Flirt Akku, die ab 2027 auf der Parchim-Linie fahren sollen, wird Mitte Juni unter anderem mit dem Ausbau einer Instandsetzungswerkstatt in Parchim begonnen, wie Odeg-Sprecherin Dietmute Graf jetzt ankündigte. Mit dem Aufbau einer werkstatteigenen Ladeinfrastruktur in Parchim soll die Rolle des Standorts gestärkt werden.

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Die Gesamtkosten für die Zugstation in Parchim belaufen sich auf 18 Millionen Euro, die unter anderem in folgende Bereiche fließen:

  • Neue Werkstatthalle
  • Moderne Ladesäulen für die Batteriezüge
  • Neue Lagerflächen
  • Waschanlage für die Züge

Mehr als elf Millionen Euro steuern die Steuerzahler dafür an Finanzhilfe bei. Den Plänen zufolge sollen in Parchim künftig die Batteriezüge geladen, instandgesetzt und gereinigt werden. Der Bund unterstützt den Kauf der 14 neuen Akku-Züge, die mit bis zu Tempo 140, barrierefreiem Fahrgastbereich und WLAN über die Schiene rollen sollen, mit insgesamt 15 Millionen Euro.