Polizei ignoriert Hilferuf zu abgefahrenen Reifen bei Ecovista-Ersatzbussen in Mecklenburg-Vorpommern
Polizei ignoriert Hilferuf zu abgefahrenen Reifen bei Ersatzbussen

Polizei ignoriert Hilferuf zu abgefahrenen Reifen bei Ecovista-Ersatzbussen

Der Schienenersatzverkehr zwischen Berlin und Hamburg sorgt seit Monaten für erhebliche Unzufriedenheit bei Fahrgästen und Pendlern. Jetzt kommt ein neuer Skandal hinzu: Die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern hat offenbar Hilferufe von besorgten Fahrgästen ignoriert, die gefährliche Zustände bei Ersatzbussen der Firma Ecovista meldeten.

Abgefahrene Reifen und verschimmelte Sitze

Vor zwei Wochen waren Hartmut Senff und Tobias Küstermann in einem Ecovista-Bus zwischen Quitzow und Schwerin unterwegs. Sie beobachteten alarmierende Mängel: abgefahrene Reifen, klappernde Fahrzeuge und sogar verschimmelte Sitze. Aus Sorge um die Fahrsicherheit riefen sie mehrfach bei der Polizei in Ludwigslust an, um die Missstände zu melden.

Die Reaktion der Polizei war enttäuschend: Trotz detaillierter Schilderungen und sogar der Mitteilung des Kennzeichens des Busses unternahmen die diensthabenden Polizisten zunächst nichts. Erst nachdem der Nordkurier das Polizeipräsidium Rostock mit dem Vorfall konfrontierte, versprach die Behörde Aufklärung.

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Polizei rechtfertigt sich mit "zeitlichem Verzug"

Die Polizei bestätigte inzwischen, dass die Hinweise der Fahrgäste telefonisch entgegengenommen wurden. Ein Funkstreifenwagen sei beauftragt worden, den Bus zu überprüfen. "Aufgrund bereits laufender, vorrangiger Einsätze kam es jedoch zu einem zeitlichen Verzug, sodass der Bus durch die eingesetzten Kollegen nicht mehr angetroffen werden konnte", erklärte die Pressestelle des Polizeipräsidiums.

Doch diese Erklärung wirft weitere Fragen auf: Warum hat die Polizei nicht später versucht, den Bus anhand des mitgeteilten Kennzeichens ausfindig zu machen? Die betroffenen Fahrgäste beteuern, dass sie das Kennzeichen eindeutig übermittelt haben. Die Polizei dementierte dies gegenüber dem Nordkurier, was Hartmut Senff jedoch energisch widerspricht: "Doch, wir haben der Polizei auch das Kennzeichen mitgeteilt."

Polizei betont Ernsthaftigkeit im Umgang mit Hinweisen

Die Polizei verwahrte sich gegen den Vorwurf, brisante Vorfälle nicht zu verfolgen. "Wir nehmen Hinweise aus der Bevölkerung grundsätzlich ernst und gehen diesen im Rahmen unserer Möglichkeiten nach", versicherte die Behörde. Dennoch bleibt unklar, warum im konkreten Fall keine konsequente Nachverfolgung stattfand.

Die Situation wirft ein schlechtes Licht auf die Verkehrssicherheit im Schienenersatzverkehr und das Handeln der Polizei. Fahrgäste fühlen sich im Stich gelassen, während potenzielle Gefahren durch mangelhafte Busse weiterhin bestehen. Die Aufklärung des Vorfalls ist noch nicht abgeschlossen, und die betroffenen Fahrgäste fordern Konsequenzen.

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