Rostock: Flüchtlingsunterkünfte werden angepasst - Hunderte Wohnungen gemietet
Rostock passt Flüchtlingsunterkünfte an - Hunderte Wohnungen gemietet

Rostock passt Flüchtlingsunterkünfte an veränderte Migrationslage an

Seit der Amtsübernahme der neuen Bundesregierung vor gut einem Jahr hat sich der Migrationskurs verschärft. In der Hansestadt Rostock zeigen sich nun konkrete Auswirkungen dieser politischen Veränderungen. Die Stadtverwaltung passt ihre Unterbringungskapazitäten für Geflüchtete an die aktuellen Entwicklungen an.

Unterkunftssituation in der Hansestadt

Derzeit nutzt Rostock insgesamt elf Unterkünfte für Asylbewerber, Flüchtlinge und Kriegsvertriebene aus der Ukraine. Drei dieser Einrichtungen befinden sich im Stadtteil Schmarl, während die restlichen acht über verschiedene Stadtgebiete verteilt sind: Warnemünde, Reutershagen, Gartenstadt/Stadtweide, Kröpeliner-Tor-Vorstadt, Südstadt, Stadtmitte, Brinckmannsdorf und Toitenwinkel. Zusätzlich wurden in Marienehe und im Osthafen Containeranlagen errichtet, und im Stadtteil Bramow wurde der Bestandsbau entsprechend ergänzt.

Rückläufige Zuweisungszahlen

Die Stadtverwaltung erklärt, dass die Zuweisungszahlen von Asylbewerbern im Vergleich zu den Vorjahren vergleichsweise gering ausfallen. Die aktuelle Auslastung aller Unterkünfte liegt bei 75,19 Prozent. Die Zugangszahlen zeigen einen deutlichen Trend: Während 2024 noch 769 Menschen (264 Ukrainer und 505 Asylbewerber) nach Rostock kamen, waren es 2025 nur noch 632 Personen (399 Ukrainer und 233 Asylbewerber). Im laufenden Jahr verzeichnet die Stadt bisher lediglich 114 Zugänge (86 Ukrainer und 28 Asylbewerber).

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Erste Schließungen und Anpassungen

Aufgrund der freien Platzkapazitäten und der rückläufigen Zugangszahlen wurde die Notunterkunft in der Industriestraße Anfang Februar freigezogen. Das Objekt soll in den kommenden Wochen vollständig leer gezogen werden. Die Stadtverwaltung prüft zudem weitere Gemeinschaftsunterkünfte, deren Betrieb ausnahmsweise genehmigt wurde. Falls deren Kapazitäten für die notwendige Rückfallreserve nicht zwingend erforderlich sind, könnten auch diese Einrichtungen geschlossen werden.

Allerdings gelten diese Überlegungen nicht für Containeranlagen, da diese entsprechend der Gemeinschaftsunterkunftsverordnung Mecklenburg-Vorpommern errichtet wurden und damit regulären Standards entsprechen.

Kapazitäten werden weiter vorgehalten

Trotz des Rückgangs der Zuweisungszahlen betont die Stadtverwaltung die Notwendigkeit, ausreichende Kapazitäten vorzuhalten. Diese sollen sowohl die regelmäßige Unterbringung garantieren als auch kurzfristige, unerwartete Steigerungen der Zuwanderungszahlen bewältigen können. Besonders die Zugangszahlen ukrainischer Flüchtlinge bleiben weiterhin dynamisch und schwer abschätzbar.

Nicht voll ausgelastete Unterkünfte dienen zudem als Ersatzkapazitäten für Renovierungs- oder Instandsetzungsarbeiten in anderen Einrichtungen. Diese strategische Reserve ermöglicht es der Stadt, flexibel auf verschiedene Szenarien zu reagieren.

Dezentrale Unterbringung in Wohnungen

Neben den Gemeinschaftsunterkünften setzt Rostock auch auf dezentrale Unterbringungslösungen. Ende Januar waren dafür 520 Wohnungen angemietet, von denen 507 belegt waren. Diese Wohnungen dienen der Unterbringung von Asylbewerbern und Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine.

Finanziell stellt die Unterbringung von Geflüchteten für die Hansestadt keine Belastung dar, da in Mecklenburg-Vorpommern das Land diese Aufgabe finanziert und die Stadt ihre Auslagen erstattet bekommt.

Aktuelle Zahlen zur geflüchteten Bevölkerung

Mit Stand Mitte Februar leben in Rostock insgesamt 7.974 geflüchtete Menschen. Diese Gruppe umfasst:

  • Asylbewerber
  • Vollziehbar ausreisepflichtige Ausländer
  • Ukrainer im Rahmen des vorübergehenden Schutzes
  • Ausländer mit Aufenthaltserlaubnis aufgrund eines Asylstatus (Flüchtlinge, subsidiärer Schutz oder Abschiebungsverbot)

Die Anpassung der Unterbringungskapazitäten zeigt, wie Rostock auf die veränderte migrationspolitische Lage reagiert und dabei sowohl aktuelle Bedarfe als auch zukünftige Entwicklungen im Blick behält.

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