Deutsche Urlauber in Abu Dhabi festsitzend nach Eskalation im Nahen Osten
Rund 30.000 deutsche Touristen müssen weiterhin in den Vereinigten Arabischen Emiraten ausharren, nachdem wichtige Reiserouten über der Golfregion aufgrund des eskalierenden Nahost-Konflikts blockiert wurden. Die Reisenden sind in Hotels, am Flughafen oder auf Kreuzfahrtschiffen gestrandet, während die Sicherheitslage angespannt bleibt.
Beängstigende Erfahrung für Touristin aus Mecklenburg-Vorpommern
Eine der Betroffenen ist Ilka W. aus dem Landkreis Rostock, die gemeinsam mit ihrem Mann an Bord des TUI-Kreuzfahrtschiffes „Mein Schiff 4“ im Hafen von Abu Dhabi festsitzt. Die Situation wurde besonders dramatisch, als am 1. März eine iranische Drohne nur etwa einen Kilometer vom Schiff entfernt in einem Lagergebäude der Militärs einschlug.
„Da kam auch der Alert und ich hatte gerade telefoniert und habe das Geräusch nur über den Überflug gehört“, berichtet Ilka W. dem Nordkurier. „Ich habe gedacht, er ist aber komisch, fliegt aber tief. Den Einschlag selber nicht gehört.“
Schiffscrew reagiert umsichtig auf Sicherheitsvorfall
Unmittelbar nach dem Vorfall ergriff die Schiffscrew umfassende Sicherheitsmaßnahmen. Der Kapitän wies die Passagiere an, Fenster zu meiden und sich in die Innenräume des Schiffes zu begeben. Alle Personen aus Außenkabinen wurden aufgefordert, in die Mitte des Schiffs zu gehen und sich auf untere Decks zu begeben.
„Es war schon eine interessante Situation in dem Moment, bisschen sehr aufregend, muss sagen, aber es war alles ruhig geblieben, keiner Panik gemacht“, schildert die Touristin aus Mecklenburg-Vorpommern. „Es ist einen Kilometer weg gewesen. Man hat den Überflug gehört und das Gegenüber eingeschlagen in dem Lagergebäude von Militär.“
Eingeschränkte Bewegungsfreiheit an Bord
Die Passagiere dürfen das Schiff derzeit nicht verlassen und haben auch keinen Zugang zu den offenen Außenbereichen wie dem Pooldeck. Lediglich überdachte Bereiche stehen für Aufenthalte zur Verfügung. Trotz der Einschränkungen betont Ilka W., dass die Stimmung an Bord ruhig bleibe und sich niemand in Panik versetze.
„Es hat keiner Panik gemacht, es ist keiner wild durch die Gegend gelaufen, hat herumgeschrien. Das läuft alles sehr ruhig ab“, erklärt sie. „Wir haben auch Kinder hier an Bord und auch Ältere. Deswegen ist es alles vertreten von bis. Aber es ist wirklich ruhig.“
Regelmäßige Sicherheitsinformationen und Betreuung
Die Schiffscrew informiert die Passagiere mehrmals täglich über die aktuelle Sicherheitslage und kümmert sich um alle notwendigen Belange. „Wir kriegen mehrere Sicherheitsnachrichten am Tag. Also, wir werden sehr gut informiert und die kümmern sich im Hintergrund halt um alles“, berichtet Ilka W. „Wir brauchen nichts, wir brauchen uns um nichts kümmern, einfach nur hier sein.“
Psychologische Belastung in außergewöhnlicher Situation
Trotz der professionellen Betreuung bleibt die Situation für die Urlauber psychisch belastend. „Aber es ist das Thema natürlich untereinander. Jeder spricht miteinander, es ist 'ne spezielle Situation, es ist erste Erfahrung, dass man mit, na ja, so Kriegserfahrungen macht, sag ich mal“, beschreibt die Rostockerin. „Und ist schon speziell, sehr speziell, ja, beängstigend auch manchmal.“
Der Hafen von Abu Dhabi gilt als gesichertes Gebiet, doch die Nähe zu militärischen Aktionen im Rahmen des Nahost-Konflikts sorgt für anhaltende Unsicherheit bei den festsitzenden deutschen Touristen, die auf eine baldige Rückreise hoffen.



