Schausteller und Verbraucher an der Schmerzgrenze: Staat darf nicht zum Krisengewinner werden
Wie viele andere Branchen befinden sich auch die Schausteller in Mecklenburg-Vorpommern aktuell am absoluten Limit. Die explodierenden Spritpreise gefährden ihre wirtschaftliche Existenz grundlegend. Es ist daher mehr als verständlich, dass sie zum Ostermarkt, dem ersten Volksfest der neuen Saison, lautstark Alarm schlagen. Doch nicht nur Handwerk, Handel und Schausteller sind von dieser Entwicklung bedroht. Die massive Preiserhöhung an den Tankstellen trifft jeden einzelnen Verbraucher ins Mark und belastet die Haushaltskassen erheblich.
Preissteigerungen an der Autoscooter-Kasse drohen unmittelbar
Es ist positiv zu bewerten, dass die Karussellbetreiber und Budenbesitzer die Preise auf dem diesjährigen Ostermarkt in Rostock bisher stabil gehalten haben. Die entscheidende Frage lautet jedoch: Wie lange können sie diese Strategie noch durchhalten? Bereits beim anstehenden Rostocker Pfingstmarkt könnte damit Schluss sein. Es drohen dann deutliche Preissteigerungen am Bratwurststand und an der Autoscooter-Kasse. Den Schaustellern bleibt schlichtweg keine andere Wahl, wenn sie für eine einzige Tankfüllung ihrer schweren Zugmaschinen bis zu 1000 Euro berappen müssen. Viele Familien werden sich dann einen Besuch auf dem Rummel nicht mehr leisten können, was die Besucherzahlen massiv reduzieren würde.
Staatliche Entlastungen dringend erforderlich
Wenn unsere traditionellen Volksfeste auch in Zukunft noch ausreichend Besucher anziehen sollen, müssen die Spritpreise für die gesamte Schaustellerbranche unbedingt bezahlbar bleiben. Der Staat darf in dieser Krise nicht zum heimlichen Gewinner werden. Er muss die deutlich erhöhten Einnahmen aus der Mineralölsteuer sowie aus der CO2-Steuer schnellstmöglich zur gezielten Entlastung der betroffenen Unternehmen und Bürger einsetzen. Diese Forderung haben jüngst auch die Handwerkskammern in Mecklenburg-Vorpommern mit Nachdruck unterstützt. Man bedenke dabei: Bei einem aktuellen Benzinpreis von etwa 2,20 Euro entfallen allein an den Staat rund 1,30 Euro. Diese Summe sollte dringend reinvestiert werden, um die strukturellen Belastungen abzufedern und die regionale Wirtschaft zu stützen.



