Schiffbau-Branche fordert vor Nationaler Maritimer Konferenz klare politische Signale
Schiffbau fordert klare Signale vor Maritimer Konferenz

Schiffbau-Branche fordert vor Nationaler Maritimer Konferenz klare politische Signale

Vor der 14. Nationalen Maritimen Konferenz (NMK) in Emden, die in gut sechs Wochen stattfindet, haben der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) und die IG Metall Küste dringend konkrete industriepolitische Weichenstellungen für die maritime Industrie angemahnt. Die Branchenvertreter betonen die strategische Relevanz der maritimen Industrie für zentrale Bereiche wie Sicherheit, Energieversorgung und Klimaschutz.

Eckpunktepapiere für einen Aktionsplan liegen bereits vor

Der VSM hat bereits vor Monaten gemeinsam mit Partnern wie dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), dem Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV) und der IG Metall Eckpunktepapiere für einen Aktionsplan Maritime Industrie vorgelegt. Diese Dokumente dienen als Zuarbeit für die bevorstehende NMK am 29. und 30. April in Emden.

Daniel Friedrich, Bezirksleiter der IG Metall Küste, äußerte in Hamburg deutliche Kritik an den Ergebnissen der letzten NMK in Bremen: „Ich gebe gerne zu, nach der letzten NMK in Bremen war ich ziemlich frustriert. Bestenfalls Feinschmecker hätten da bei den Ergebnissen Unterschiede zu Positionspapieren aus den vergangenen 20 Jahren erkannt.“ Er betonte, dass gerade im Bereich Marine die Erwartung bestanden habe, dass die Politik ein klares Signal setzen würde, doch dieser Schulterschluss sei ausgeblieben. „Das ist das, was in Emden geschehen muss“, forderte Friedrich entschieden.

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Optimistische Aussichten für die Konferenz in Emden

Reinhard Lüken, Hauptgeschäftsführer des VSM, zeigte sich optimistisch, dass die NMK in Emden anders verlaufen werde als die vorherige: „Die NMK in Emden wird anders als die letzte, da werden wir nicht mit leeren Händen dastehen.“ Er verwies auf die bereits vorhandene Bewegung, einschließlich der bevorstehenden Debatte im Deutschen Bundestag, von der er sich eine taktgebende Funktion der Abgeordneten erhofft.

Lüken beschrieb die aktuelle Lage der Werften als hervorragend, mit hoher Auslastung und positiven Perspektiven für Standorte wie Flensburg, Stralsund, Wismar und Rostock. Auch die rund 3.000 Unternehmen der Schiffbauindustrie in ganz Deutschland erlebten eine hohe Nachfrage, was auf eine sehr gute Konjunkturlage hindeutet.

Europäische Maritime Industriestrategie mit Verbesserungspotenzial

Die kürzlich von der EU-Kommission vorgelegte Europäische Maritime Industriestrategie bewertete Lüken als anerkennenswert, da Brüssel die strategische Dimension der Branche anerkenne. Allerdings kritisierte er, dass die Strategie mit großer Zurückhaltung diskutiert und abgeschwächt worden sei. „Insgesamt enthält die Strategie viele, viele Detailelemente. Vieles davon war bekannt, einiges war auch schon längst aufgesetzt“, merkte Lüken an und forderte mehr Substanz und klare Umsetzungsschritte.

Die Branchenvertreter betonen, dass die maritime Industrie nicht nur wirtschaftlich bedeutsam ist, sondern auch eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung globaler Herausforderungen wie Klimawandel und Energiesicherheit spielt. Sie fordern von der Politik einen entschlossenen Aktionsplan, der langfristige Perspektiven sichert und die Wettbewerbsfähigkeit stärkt.

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