Spritpreis-Explosion um 12 Uhr: Neue Tankstellen-Regel sorgt für massive Preissprünge in Mecklenburg
Spritpreise knallen um 12 Uhr in Mecklenburg nach oben

Spritpreis-Explosion punktgenau um 12 Uhr: Neue Tankstellen-Regelung sorgt für massive Preissprünge

Malchin, Teterow • Seit diesem Mittwoch gelten an deutschen Tankstellen völlig neue Regeln: Die Spritpreise dürfen nur noch einmal täglich erhöht werden – und zwar exakt um 12 Uhr mittags. Diese Änderung führte in der Mecklenburgischen Schweiz sofort zu spürbaren Preissprüngen, die viele Autofahrer vor vollendete Tatsachen stellten.

Karl-Heinz Foggers doppelter Tank-Stopp: Vom günstigen zum teuren Sprit

Karl-Heinz Fogger kam am Mittwoch gleich zweimal zum Tanken, einmal kurz vor dem Preissprung und dann noch einmal nach 12 Uhr. Mit einem Zehn-Liter-Kanister erschien er um 11.45 Uhr an der Malchiner Aral-Tankstelle, wo der Liter Super noch 2,20 Euro kostete. Eine halbe Stunde später kehrte er zurück, um den Tank seines Mercedes zu füllen – diesmal kostete der Liter bereits sechs Cent mehr. „Ich wollte einfach mal sehen, was um 12 Uhr passiert“, erklärte Fogger. Noch dramatischer fiel die Erhöhung beim Diesel aus, der punktgenau um 12 Uhr von 2,26 auf 2,43 Euro pro Liter nach oben schoss.

Neue Spielregeln an der Zapfsäule: Nur noch eine tägliche Preiserhöhung

Was genau ist passiert? Seit Mittwoch gelten an Tankstellen neue Vorschriften. Die Spritpreise dürfen fortan nur noch einmal am Tag erhöht werden – nämlich exakt um 12 Uhr mittags. Alte Gewohnheiten wie das abendliche Tanken zu günstigeren Preisen gehören damit der Vergangenheit an. Besonders günstig tankt man künftig wohl kurz vor der Mittagszeit, also unmittelbar vor dem möglichen Preissprung. Nach 12 Uhr wird der Sprit voraussichtlich am teuersten sein, allerdings dürfen die Preise im Tagesverlauf auch wieder sinken. Wie stark diese Schwankungen ausfallen und ob sie überhaupt regelmäßig auftreten, muss sich erst noch zeigen.

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Massive Preissprünge in der gesamten Region

Die neuen Regelungen führten in der gesamten Mecklenburgischen Schweiz zu erheblichen Preissteigerungen:

  • An der freien Tankstelle Neukalen stieg der Dieselpreis von 2,28 Euro (gegen 11 Uhr) auf 2,42 Euro (eine Stunde später)
  • Super-Benzin verteuerte sich in der Peenestadt im selben Zeitraum um 10 Cent auf 2,24 Euro pro Liter
  • An der AVIA Tankstelle Lalendorf lag der Dieselpreis fünf vor 12 bei 2,38 Euro

Autofahrer reagieren empört und fordern staatliches Eingreifen

Eckhard Baß aus Stavenhagen forderte klare Maßnahmen: „Der Staat müsste die Steuern senken, das würde helfen. Ich fahre hier nicht zum Spaß, sondern bin beruflich unterwegs.“ Der internationale Vergleich sorgte ebenfalls für Aufsehen: Narek Markowska fotografierte die neuen Preise von der Anzeigetafel und schickte das Bild nach Armenien – die prompte Antwort lautete: „Was denn da in Deutschland los sei?“

Viehtransporterin Maria Schmidt: „Es läuft etwas aus dem Ruder“

Maria Schmidt, Viehtransporterin aus der Region, spürte die Preiserhöhung besonders schmerzhaft. Morgens hatte sie Diesel in Grimmen noch für 2,30 Euro getankt, nun stand sie an der AVIA Tankstelle Lalendorf vor einem Preis von 2,38 Euro. „Ich muss dann an die Tankstelle, wenn ich keine Tiere im Auto habe“, erklärte sie. Dass sie kurz vor der angekündigten Preiserhöhung tankte, habe nichts mit der neuen Regelung zu tun. Auch Ulrike Kitta aus Teterow zeigte sich frustriert: „Es läuft insgesamt etwas aus dem Ruder bei uns im Land.“ Glücklicherweise könne sie ihr Fahrrad für Arbeitsfahrten nutzen.

Jana Blehk nennt Erhöhung eine „Frechheit“

Jana Blehk aus Teterow hatte kurz nach 12 Uhr einen Stopp an der Aral-Tankstelle eingelegt, weil sie bereits auf Reserve gefahren war. „Die Erhöhung ist eine Frechheit“, sagte sie empört. Sie tankte nur für 15 Euro, nachdem der Super-Preis von 2,18 auf 2,24 Euro gestiegen war. „Ich habe aber nur für 15 Euro getankt“, erklärte sie mit Blick auf die Preistafel. Für Pendler wie ihre Tochter seien die hohen Spritpreise bereits eine enorme Belastung. Sie gehe davon aus, dass es zu Ostern noch deutlich teurer werde.

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Friedrich Mann beobachtet Preisentwicklung live

Friedrich Mann aus Dahmen hatte noch kurz vor zwölf den Liter Diesel zu rund 2,39 Euro getankt. Er blieb über die Mittagszeit an der Teterower Aral-Tankstelle, um die Preisentwicklung live zu verfolgen. „All zu viel habe ich nicht getankt, weil ich davon überzeugt bin, dass die Preise am Nachmittag wieder runtergehen werden“, erklärte er. In seinen Augen hätte die einmalige Preiserhöhung schon viel früher kommen müssen, da man dann wisse, dass es danach nur billiger werden könne. Der Zustand vorher sei ein reines Hin und Her gewesen. Allerdings glaube er nicht, dass sich die Konzerne von der einmaligen Preiserhöhung beeindrucken lassen. Mann prognostiziert: „Ich glaube, dass es zu Ostern eine noch viel größere Preiserhöhung an den Tankstellen geben wird.“

Verwirrung an geschlossener Total-Energies-Tankstelle

Für zusätzliche Verwirrung sorgte die Total-Energies-Tankstelle in Teterow. Sie hatte am Mittwoch von morgens bis in den späten Nachmittag gar nicht erst geöffnet. Ein Zettel an den Zapfsäulen wies darauf hin, dass die Station von 5 bis 16 Uhr komplett geschlossen bleibe. Zu den Gründen gab es vom Personal keine Auskunft – ein weiteres Rätsel in einem Tag voller neuer Regelungen und Preissprünge.