Leerstand in Stavenhagen: Ehemaliges Hotel soll zur Senioren-Wohngemeinschaft werden
Seit mehr als einem Jahr steht das ehemalige Hotel Reutereiche im Stavenhagener Gewerbegebiet verlassen da. Ein Pflegedienst hat jedoch konkrete Pläne für das Gebäude: Die Umwandlung in eine Senioren-Wohngemeinschaft. Doch trotz anfänglicher Euphorie und bereits vorhandener Interessenten verzögern sich die Umsetzungen.
Tourismusregion verliert Hotel - Pflegedienst sieht Chance
Der Ausstieg des Hotels Reutereiche aus dem Betrieb markierte einen herben Rückschlag für die junge Tourismusregion Mecklenburgische Schweiz. Als eines der größten Häuser der Gegend schloss es zu Beginn des vergangenen Jahres seine Pforten. Während das Gebäude seitdem leersteht, hat die Philia Intensiv Brandenburg GmbH bereits im Sommer vergangenen Jahres ihre Pläne präsentiert: Aus den 76 Hotelzimmern sollen Wohnräume für eine Senioren-WG entstehen.
Philia-Geschäftsführer Lutz Golz zeigte sich damals optimistisch und kündigte einen Einzug der ersten Bewohner für September an. Doch bis heute ist keines der Zimmer bezogen, wie sich herausstellt. Golz erklärt die Verzögerung mit noch ausstehenden behördlichen Verfahren.
Behördliche Hürden und notwendige Gutachten
Für die geplante Nutzungsänderung muss der Bebauungsplan des Gewerbegebiets angepasst werden - ein Prozess, der die Stavenhagener Stadtvertreter im vergangenen Jahr vor Herausforderungen stellte. Erst nach intensiven Diskussionen stimmten sie im September einer Änderung zu, allerdings mit Auflagen:
- Ein Brandschutzgutachten muss erstellt werden
- Ein Schallschutzgutachten ist erforderlich
Die Stadt begründet die Schallschutzprüfung damit, dass für dauerhaftes Wohnen im Gewerbegebiet sichergestellt werden muss, dass Senioren nicht durch Lärm beeinträchtigt werden. Beide Gutachten sind laut Golz noch in Arbeit und verzögern den Projektstart.
Optimale Bedingungen und bereits vorhandenes Interesse
Trotz der Verzögerungen hält Philia an den Plänen fest. Die Hotelzimmer bieten nach Unternehmensangaben optimale Voraussetzungen für die geplante Senioren-WG. Sie entsprechen bereits den gesetzlichen Mindestanforderungen für Wohnraumgrößen in solchen Gemeinschaften.
Insgesamt plant der Pflegedienst, 68 Senioren in dem ehemaligen Hotel unterzubringen. Das Interesse ist bereits vorhanden: Eine Warteliste verzeichnet über 50 Bewerbungen. Philia ist in der Region nicht unbekannt - das Unternehmen übernahm 2024 bereits mehrere Pflegeeinrichtungen in der Umgebung, darunter den Betrieb Am Wasserturm in Stavenhagen selbst.
Ungewisser Zeitplan für den Einzug
Auf die Frage nach einem konkreten Einzugsdatum möchte Geschäftsführer Golz derzeit keine Prognose abgeben. Erst müssen die ausstehenden Gutachten vorliegen und genehmigt werden. Damit bleibt ungewiss, wann das leerstehende Hotel endlich wieder mit Leben gefüllt wird und die geplante Senioren-WG Realität werden kann.
Für die Stadt Stavenhagen und die Region Mecklenburgische Schweiz wäre die Umnutzung jedoch eine willkommene Entwicklung: Statt eines verlassenen Hotels entstünde eine dringend benötigte Wohnform für Senioren, die gleichzeitig den Leerstand im Gewerbegebiet beenden würde.



