Tauwetter im Anmarsch: Wie lange hält sich das Eis auf der Ostsee noch?
Der eisige Winter hat in diesem Jahr zahlreiche Gewässer in Mecklenburg-Vorpommern fest im Griff. Besonders beeindruckend ist die vereiste Ostsee, die viele Menschen trotz offizieller Warnungen auf das gefrorene Wasser lockt. Doch der Wetterwechsel steht bereits vor der Tür und bringt wärmere Temperaturen mit sich.
Eisspektakel lockt trotz Warnungen
In den vergangenen Wochen haben die frostigen Temperaturen dafür gesorgt, dass sich auf vielen Gewässern eine dicke Eisschicht gebildet hat. Nicht nur die großen Binnenseen wie die Müritz – Deutschlands größter Binnensee – waren zeitweise komplett zugefroren, sondern auch Teile der Ostsee präsentierten sich in einem beeindruckenden Eispanzer. Trotz der eindringlichen Warnungen von Experten, die vor den Gefahren des Betretens dünner Eisflächen warnen, waren zahlreiche Spaziergänger auf dem Eis unterwegs.
Wetterwechsel bringt wärmere Temperaturen
Laut aktuellen Wetterprognosen soll sich die Situation jedoch bald ändern. Zum Wochenende werden die Temperaturen deutlich über den Gefrierpunkt steigen und damit das große Tauen einleiten. Nordkurier-Wetterexperte erklärt dazu: „Im Laufe des Samstags steigen die Temperaturen auf plus sieben Grad. Später kommt eventuell sogar noch die Sonne heraus, aber auf jeden Fall fallen die Niederschläge in den Tagen danach als Regen.“
Die Temperaturen werden sich also auf einem deutlich höheren Niveau einpendeln, begleitet von windigem und wechselhaftem Wetter. Während das Eis auf den Binnenseen mit den steigenden Temperaturen schnell schmelzen wird, sieht die Situation an der Ostsee etwas anders aus.
Unterschiede zwischen Ostsee und Binnenseen
Für die Ostsee gilt laut Nordkurier-Wetterexpertin: „Auch wenn es noch eine Weile dauern wird, bis es hier so richtig mild wird und die letzten Eisschollen verschwinden werden.“ Das Eis an der Küste wird also noch länger bestehen bleiben als auf den Seen im Landesinneren. Die speziellen Gegebenheiten der Ostsee – wie Salzgehalt, Strömungen und Wassertiefe – sorgen dafür, dass der Eisrückgang hier langsamer vonstattengeht.
Die Experten betonen jedoch, dass mit den wärmeren Temperaturen die Gefahr auf den Eisflächen deutlich zunimmt. Die Eisdicke wird ungleichmäßig abnehmen, und besonders an den Rändern der Eisflächen entstehen gefährliche Bruchstellen. Die Behörden raten daher dringend davon ab, die Eisflächen weiterhin zu betreten, auch wenn sie oberflächlich noch stabil erscheinen mögen.
Für alle, die das Naturschauspiel noch bewundern möchten, bleibt also nur noch begrenzt Zeit. Während die Binnenseen bald eisfrei sein werden, kann man das Eisspektakel an der Ostsee vielleicht noch etwas länger vom sicheren Ufer aus beobachten.



