Nordkurier-Umfrage: Große Mehrheit in MV hält Klimaschutz für wichtig
Schwerin/Neubrandenburg • In einer Zeit, in der Kriege, Energiekrisen und wirtschaftliche Rezessionen die Schlagzeilen dominieren, droht ein zentrales Zukunftsthema der Menschheit in den Hintergrund zu geraten: der Klimaschutz. Doch eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Nordkurier zeigt deutlich, dass dieses Thema die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern nach wie vor stark beschäftigt.
72 Prozent der Befragten sehen Klimaschutz als wichtig an
Das Meinungsforschungsinstitut INSA Consulere hat für diese repräsentative Erhebung insgesamt 1000 Personen in Mecklenburg-Vorpommern befragt. Die Ergebnisse sprechen eine klare Sprache: 72 Prozent der Teilnehmer stufen Klimaschutz als wichtig ein. Dabei gaben 31 Prozent an, dass ihnen dieses Thema „sehr wichtig“ ist, während 41 Prozent es als „eher wichtig“ bewerten. Lediglich 24 Prozent der Befragten halten Klimaschutz für unwichtig oder machten keine Angabe.
Frauen und Stadtbewohner zeigen größeres Engagement
Bei der differenzierten Betrachtung der Umfrageergebnisse zeigen sich interessante Unterschiede. So finden 78 Prozent der Frauen Klimaschutz wichtig, während es bei den Männern nur 65 Prozent sind. Auch zwischen städtischen und ländlichen Regionen gibt es eine deutliche Diskrepanz: In den Städten halten 75 Prozent der Befragten Klimaschutz für wichtig, auf dem Land sind es 69 Prozent.
Besonders überraschend ist das Ergebnis bei den Senioren: 84 Prozent der Befragten ab 70 Jahren ordnen Klimaschutz als wichtig ein. Dies zeigt, dass die Sorge um die Zukunft der Enkelgeneration auch in der älteren Bevölkerung stark verankert ist.
Politische Positionen und Kritik an der Umsetzung
Die Umfrage offenbart auch deutliche Unterschiede in der Wahrnehmung des Klimaschutzes entlang der politischen Präferenzen. Während fast alle befragten Wähler der Grünen (97 Prozent) und der SPD (96 Prozent) Klimaschutz für wichtig halten, sind die Werte bei anderen Parteien deutlich niedriger: CDU 89 Prozent, Linke 82 Prozent, BSW 52 Prozent, AfD 47 Prozent und FDP 42 Prozent.
„Die aktuellen Umfrageergebnisse sprechen eine klare Sprache: Eine breite Mehrheit in der Bevölkerung steht hinter mehr Klimaschutz“, erklärt Malte Paschirbe von Fridays for Future in Mecklenburg-Vorpommern. „Doch die Politik gibt der Klimakrise auf allen Ebenen zu wenig Priorität und handelt viel zu langsam.“ Mit einem verspäteten Klimaschutzgesetz sei MV in Deutschland Schlusslicht. „Das ist angesichts des Rückhalts in der Bevölkerung weder nötig noch hinnehmbar.“
Claudia Müller, Spitzenkandidatin der Grünen zur Landtagswahl, betont: „Auch Großeltern sorgen sich um die Zukunft ihrer Enkel. Klimaschutz hängt mit vielen Dingen des Lebens zusammen.“
Die Umfrageergebnisse machen deutlich, dass trotz der aktuellen Krisenlagen das Thema Klimaschutz in der Bevölkerung Mecklenburg-Vorpommerns einen hohen Stellenwert besitzt. Die Diskrepanz zwischen diesem breiten Rückhalt und der als zu langsam empfundenen politischen Umsetzung bleibt jedoch ein zentraler Kritikpunkt.



