Taxi-Unternehmen in Teterow zwingt Wegfall von Schülerfahrten zu Kündigungen
Wegfall von Schülerfahrten zwingt Taxi-Unternehmen zu Kündigungen

Schülerbeförderung neu geregelt: Taxi-Unternehmen in Teterow verlieren Aufträge

Der Landkreis Rostock hat seinen Fahrdienst für Schüler mit Handicap komplett neu organisiert und ausgeschrieben. Diese Entscheidung hat gravierende Auswirkungen auf zwei etablierte Unternehmen aus Teterow, die seit vielen Jahren zuverlässig Kinder zu Förderschulen befördert haben. Mittlerweile hat der Fahrdienst des DRK den Transport zu den Förderschulen im Raum Teterow vollständig übernommen, was die bisherigen Dienstleister vor massive wirtschaftliche Herausforderungen stellt.

Jahrzehntelange Erfahrung zählt plötzlich nicht mehr

Olaf Burmeister, Geschäftsführer des gleichnamigen Taxi- und Krankenfahrten-Unternehmens, und seine Mitarbeiter hatten über viele Jahre hinweg Kinder mit Handicap zu Schulen unter anderem in Güstrow und Rostock sicher befördert. Ebenso verfügte der Taxi- und Mietwagen Service von Burkhard Kaumanns über 20 Jahre Erfahrung in der Schülerbeförderung im Landkreis Rostock. „Sieben Touren habe mein Unternehmen täglich absolviert“, erklärt Geschäftsführer Burkhard Kaumanns und unterstreicht damit das Ausmaß der bisherigen Leistung.

Doch seit Beginn des zweiten Schulhalbjahres fallen für beide Unternehmen diese wichtigen Fahrten komplett weg. Der Landkreis Rostock hatte die Beförderung von Schulkindern zu Förderschulen bereits 2025 neu ausgeschrieben und anschließend neu vergeben. Diese Neuregelung bedeutet für die betroffenen Unternehmen einen erheblichen finanziellen Einbruch.

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Ausschreibungsverfahren sorgt für Unmut

Burkhard Kaumanns berichtet, dass er sich zwar beworben habe, jedoch eine Absage erhalten hat. „Vielleicht waren meine Preise ja etwas zu hoch“, spekuliert er. Da der Transport für zwei Jahre mit der Option einer einjährigen Verlängerung ausgeschrieben war, musste er entsprechend langfristig kalkulieren. Doch genau das sei praktisch unmöglich, findet der Teterower Unternehmer. „Wie soll man die Benzinpreise oder mögliche steigende Löhne für drei Jahre im Voraus berechnen?“

Besonders ärgerlich sei der Zeitpunkt der Ausschreibung gewesen: Sie erfolgte zu Beginn des neuen Schuljahres, als die jeweiligen Touren gerade feststanden. Es sei ungünstig, feste Touren mitten im Schuljahr zu ändern, da sich die Kinder gerade an die Fahrer gewöhnt hatten, kritisiert Kaumanns. Darüber hinaus seien die Ausschreibungsbedingungen besonders für kleinere Fahrdienste ungeeignet gewesen. Während es früher möglich war, sich auf jede einzelne Tour zu bewerben, wurden nun mehrere Touren in einem Los gebündelt. Für Unternehmen mit wenigen Angestellten sei es daher schwierig, einen günstigen Preis zu kalkulieren und sich überhaupt an der Ausschreibung zu beteiligen.

Wirtschaftliche Folgen: Kündigungen und Existenzängste

Olaf Burmeister hat an der neuen Ausschreibung gar nicht erst teilgenommen. „Ich hatte zuvor schon das Minimum kalkuliert“, blickt er auf den enormen Kostendruck zurück. Durch den Wegfall der Schüler-Beförderung fehlen seinem Unternehmen nun erhebliche Einnahmen. Zwar sieht er aktuell noch keine Kündigungen vor, muss aber zunächst abwarten, wie sich die Situation entwickelt.

Bei Burkhard Kaumanns schlägt der Einnahmeausfall dagegen unmittelbar ins Kontor. Er musste bereits fünf Mitarbeiter entlassen, und eine weitere Person geht ab 1. März in Rente. Damit sind in seinem Unternehmen nur noch 26 Leute angestellt – ein deutlicher Personalabbau, der die wirtschaftliche Notlage verdeutlicht. Die langjährige Erfahrung und die zuverlässige Dienstleistung der beiden Teterower Unternehmen zählen in der neuen Vergabepraxis des Landkreises offenbar nicht mehr, was zu erheblichen sozialen und wirtschaftlichen Verwerfungen führt.

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